Staatssekretär Gorholt eröffnete Fachtagung "...Kontrolle ist besser * Jugendschutz in kommunaler Verantwortung"
Bildungsstaatssekretär Martin Gorholt eröffnete heute in Potsdam eine Jugendschutzfachtagung zur Verbesserung der Zusammenarbeit der Ordnungs- und Jugendämter sowie Polizeibehörden und die Verbesserung der Kontrolle der Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. An der Tagung nehmen über 150 Mitarbeiter aus verschiedensten Behörden brandenburgischer Kommunen, darunter Ordnungsämter und Jugendämter, teil. Veranstalter der Fachtagung sind das Jugendministerium, das Innenministerium und das Sozialpädagogische Fortbildungswerk.
26.05.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes BrandenburgAuszüge aus der Rede von Jugendstaatssekretär Gorholt: "Jugendschutz ist wichtiger denn je. Der Jugendschutz hat einen sehr hohen Stellenwert im Urteil der Bevölkerung hat. Nach Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage vom November 2004 liegt er bei der Relevanz gesellschaftsbezogener Themen weit vorn. Der Kinder- und Jugendschutz steht mit 27 % an zweiter Stelle, hinter Bekämpfung der Arbeitslosigkeit (40 %) und deutlich vor Sicherung der Renten (11%), Gesundheitsvorsorge (6 %), Erhaltung der Umwelt (6 %), Bekämpfung der Kriminalität (6%).
Der Erfolg beim Jugendschutz liegt im Zusammenwirken von Polizei, Jugend- und Ordnungsämtern. Junge Menschen müssen aber auch befähigt werden, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen. Ihre Kritikfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit muss gestärkt werden. Genauso wichtig ist es aber auch problematische Entwicklungen zu unterbinden oder zumindest zu minimieren, z. B. dann, wenn der vorsätzliche oder fahrlässige Geschäftssinn die Gefährdung oder Schädigung von Kindern und Jugendlichen billigend in Kauf nimmt. Das kann der Fall sein, wenn die von den obersten Landesjugendbehörden altersgekennzeichneten Videos oder Computerspiele an Kinder und Jugendliche abgegeben werden, für die sie nicht bestimmt sind.
Aus der Medienwirkungsforschung ist bekannt, dass bestimmte Gewaltdarstellungen und Darstellungsformen nachhaltigen Einfluss auf Einstellungen und Verhaltensbereitschaften haben können, insbesondere was wichtige Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, wie z.B. die Gewaltakzeptanz und Gewaltbereitschaft, betrifft. So wissen wir, dass problematische, mediale Gewaltdarstellungen die Einstellungen zu und den Einsatz von Gewalt unter bestimmten Umständen negativ beeinflussen können.
Aus diesem Grund haben sich auch Jugendminister Rupprecht und Innenminister Schönbohm im April mit einem gemeinsamen Schreiben an die Landräte und Oberbürgermeister des Landes Brandenburg gerichtet und eine gezielte Kontrolle der Abgabe von Computerspielen angeregt. Die örtlichen Ordnungsbehörden sollen zielgerichtet vorgehen und ihre Kontrolltätigkeiten schwerpunktmäßig auf die Abgabe von altersgekennzeichneten, indizierten und nicht gekennzeichneten Computerspielen konzentrieren und in den einschlägigen Geschäften die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen überprüfen. Sie sollen prüfen, ob dabei der Bußgeldrahmen so weit ausgeschöpft werden kann, dass die Sanktion eine deutlich spürbare Wirkung entfaltet.
In der vergangenen Woche hat die Bundesdrogenbeauftragte ihren Drogenbericht vorgelegt. Erfreulich ist zuerst einmal, dass wir im Kampf gegen Alcopops, eine der gefährlichsten Alkoholgemische, mit staatlichen Mitteln sehr weit gekommen sind. Die Zahlen der Alcopop trinkenden Jugendlichen hat sich stark reduziert. Alkohol bleibt aber das Thema Nummer Eins beim Jugendschutz. Es zeigt sich, dass sich die Anstrengungen, auch die wir im Land Brandenburg unternommen haben, gelohnt haben. Wir sollten Erfolge nicht dadurch klein reden, dass ein neues und dunkles Szenario entworfen wird.
Aber nicht nur der Staat ist gefordert, sondern auch die Gesellschaft. Es kann nicht sein, dass Erwachsene sehen, wie sich Jugendliche an der Bushaltestelle betrinken, und nichts tun, sie gewähren lassen, einfach wegsehen. Wer sich mit dem Alkoholkonsum von Jugendlichen stellt, kann nur gewinnen; wer weg sieht, gibt auf und hat schon verloren.
Eine erfreuliche Tendenz im Bereich der legalen Suchtstoffe ist der Rückgang der Raucherquote bei den Jugendlichen. Die Raucherquote bei den 12- bis 17-Jährigen ist von 28 % im Jahr 2001 inzwischen auf 20 % im Jahr 2005 zurückgegangen, wie eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung belegt. "Rauchen wird zunehmend uncool bei Minderjährigen." Ich hoffe, dass wir das auch bald vom Alkoholkonsum sagen können, wenn unsere Bemühungen Früchte tragen. Deshalb dürfen wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen."
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