Staufermedaille für Pfarrer i.R. Walter Schmidt

Kultusministerin Dr. Annette Schavan hat am Dienstag in Stuttgart die Staufermedaille an Walter Schmidt überreicht. Mit dieser Auszeichnung ehrt das Land Baden-Württemberg das Engagement des pensionierten Pfarrers und langjährigen Weltanschauungsbeauftragten der Württembergischen Landeskirche. Die Staufermedaille erhalten Persönlichkeiten für besondere Verdienste um das Land. "Die Würdigung gilt einem Mann, der viele Erfahrungen und Wissensgebiete in sich vereinigt: Theologie und Philosophie, die Tätigkeit als Gemeindepfarrer, Verlagslektor und Weltanschauungsexperte", so Schavan.

14.06.2005 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Herausragende Verdienste habe sich Walter Schmidt Weise durch seine Mitarbeit in der Zukunftskommission des Landes Baden-Württemberg erworben. "Gestützt auf ein unschätzbares Erfahrungswissen im Umgang mit nicht-christlichen Religionen und Religionsgemeinschaften und auf ein profundes Wissen über den Umgang mit vielen verschiedenen Gruppierungen hat Pfarrer Schmidt die Arbeit der Kommission bereichert und die Kommission von der Bedeutung interkultureller Themen überzeugt", sagte die Ministerin. In Vorträgen, Denkschriften, Berichten und Vorlesungen habe Walter Schmidt "Wege aufgezeigt, die zur Stärkung der Bindungskräfte der Menschen dienen".

Walter Schmidt wurde am 20. April 1937 in Mannheim geboren. 1956 nahm er sein Studium der Theologie, der Philosophie sowie der Religions- und Literaturwissenschaften in Heidelberg auf.

Bereits 1963 war Walter Schmidt beruflich in der kirchlichen Publizistik, der Erwachsenenbildung und im Verlagswesen tätig. Später kamen Aufgaben in der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen und beim Evangelischen Pressedienst hinzu.

1966 schloss Schmidt seine Studien mit dem Heidelberger Fakultätsexamen ab, um in Stuttgart ein württembergisches Vikariat zu absolvieren. Er verstärkte seine publizistische Tätigkeit zu Weltanschauungsfragen, hielt Vorträge zu diesem Themenkreis und arbeitete bei mehreren Verlagen mit. 1969 schließlich wurde Walter Schmidt zum Pfarrer ordiniert.

Die Tätigkeit als Weltanschauungsbeauftragter der Württembergischen Landeskirche begann der Theologe im Jahr 1976. Drei Jahre später übernahm er eine Stelle mit entsprechendem Auftrag beim Evangelischen Oberkirchenrat. In den folgenden Jahren erstellte Pfarrer Schmidt zahlreiche Weltanschauungsberichte, wirkte mit bei der "Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg" sowie in der Arbeitsgruppe "Islam" der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland. Darüber hinaus war Walter Schmidt bis zu seinem Ruhestand im April 2001 insgesamt 15 Jahre lang als Referent für Religions- und Weltanschauungsfragen sowie außerkirchliche Sondergemeinschaften beim Evangelischen Gemeindedienst in Württemberg tätig.

"Unübersehbar ist die Vielzahl der Publikationen von Pfarrer Walter Schmidt. Er besitzt die journalistische Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zusammenzufassen. Überall spürt man seine Belesenheit", sagte Ministerin Schavan. Der Umgang mit den neuen religiösen Bewegungen erfordere wegen ihrer ambivalenten Wirkung in der Gesellschaft eine große Sensibilität, eine profunde Sachkenntnis und einen eigenen Standpunkt. All dies sei bei Pfarrer Schmidt zu finden. Das habe ihn aber auch zu einem geschätzten Gesprächspartner für Pädagoginnen und Pädagogen sowie für Zuständige in Kirche, Politik und Gesellschaft gemacht.

Im Bereich der staatlichen Präventionsarbeit hat Pfarrer Walter Schmidt in zahlreichen Kommissionen und Arbeitsgruppen auf Bund-Länder-Ebene mitgewirkt. Neben dem Innenministerium war Schmidt insbesondere mit dem Kultusministerium durch seine Mitarbeit in den Beratungsgremien der Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen verbunden. Für viele Einrichtungen, beispielsweise für die Staatlichen Akademien für Lehrerfortbildung oder die Akademie der Polizei, ist Schmidt, trotz seiner Pensionierung, weiterhin ein gefragter Vortragsredner.

Seit 1995 hat Walter Schmidt bis in die jüngste Zeit regelmäßig einen Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät Heidelberg wahrgenommen und Seminare zu den verschiedenen Aspekten der "Neuen religiösen Bewegung" sowie zu den klassischen Sekten durchgeführt. "Geschätzt war sein Wissen zur Entwicklung der verschiedenen Gruppierungen und Bewegungen. Er konnte dabei an seinen Erfahrungsschatz im Umgang mit aktiven und ehemaligen Mitgliedern neureligiöser Bewegungen anknüpfen sowie an Personen und Familien die durch sogenannte Sekten und Psychogruppen geschädigt waren oder sich als Opfer dieser Gruppierungen fühlten", sagte die Ministerin.


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