Studentinnen und Studenten der GEW verurteilen Vorgehen der französischen Polizei

Der Bundesausschuss der Studentinnen und Studenten der GEW verurteilt das gewalttätige Vorgehen der französischen Polizei bei der Räumung der Universität Sorbonne in Paris und solidarisiert sich mit der Protestbewegung gegen die umstrittenen Gesetzeseinführung zum Abbau des Kündigungsschutzes im Rahmen der Arbeitsmarktreform.

15.03.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Die vom französischen Premierminister Dominique de Villepin vorgelegte Gesetzesänderung zum Kündigungsschutz im Rahmen der Arbeitsmarktreform richtet sich eindeutig gegen jegliche Art von gleichberechtigten und fairen Arbeitsbedingungen. Nach der neuen Gesetzgebung können mittlere und große Unternehmen durch diesen neuen Typus prekärer Arbeitsverträge Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer unter 26 Jahren in den ersten beiden Jahren fristlos und ohne Grund entlassen. Die französische Regierung hofft, auf diesem Wege die Jugendarbeitslosigkeit eindämmen zu können. Es muss jedoch stark bezweifelt werden, dass sich durch diese Maßnahme tatsächlich die Lage junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt verbessert: Statt dessen sind "Drehtüreffekte" und Arbeitgeberwillkür zu befürchten. Ausbeutung und soziale Unsicherheit werden die Folgen sein.

"Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den französischen Studierenden sowie Schülerinnen und Schüler gegen diese Art der Missachtung von Arbeitnehmerrechten", sagte Diana Greim Sprecherin des Bundesausschuss der Studentinnen und Studenten (BASS) der GEW. "Eine unsoziale Arbeitsmarktreform, die vor allem auf dem Rücken der jungen Generation ausgetragen wird, muss verhindert werden. Prekarität ist nicht die Antwort auf hohe Arbeitslosenzahlen. Der Alleingang eines Premierministers trotz einer landesweiten Protestbewegung hat nichts mehr mit dem Anspruch auf demokratische Beteiligungsrechte zu tun." Arbeitnehmerrechte werden durch die geringe Wertschätzung der Leistung von jungen Arbeitnehmern karikiert.

Die AG Studierende in der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unterstützt den Vorstoß der Studierenden in der GEW.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden