"Studierende besser beraten und nicht sortieren"
"Die hessischen Hochschulen sollten ihre Kapazitäten besser in die Beratung von Studienanfängern leiten, als einen großen Aufwand zur Auswahl von Studenten zu verwenden. Eine bessere Beratung führt dann auch zu einem gesteigerten Studienerfolg", erklärte der Landesvorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, heute anlässlich der Anhörung im hessischen Landtag zur künftigen Vergabe von Studienplätzen.
14.04.2005 Hessen Pressemeldung GEW HessenIm Kern des Gesetzentwurfes der CDU geht es darum, die landesrechtlichen Vorgaben der Hochschulen festzulegen, die seit dem in Kraft treten des neuen Hochschulrahmengesetzes ihre Studierenden selbst aussuchen sollen. "Diese Möglichkeit ist aber schon methodisch auf absehbare Zeit nicht umsetzbar, denn es fehlen einheitliche Maßstäbe innerhalb der Studiengänge. Eine Auswahl von Studierenden würde aber nur Sinn machen, wenn nicht an jeder Hochschule für gleiche Studiengänge unterschiedliche Voraussetzungen festgelegt würden", so Nagel weiter.
Nach Auffassung der GEW würde ein Auswahlverfahren aber auch erhebliche personelle Kapazitäten an den Hochschulen binden, die für die eigentlichen Aufgaben - nämlich die Bildung der Studierenden - fehlen würden. "Letztlich sollte die Wissenschaftspolitik die Aufgabe der Hochschulen darin sehen, Studierende zum Erfolg zu führen - auch durch passgenaue Beratung bei der Fächerwahl -, und ihnen nicht bereits zu Beginn des Studiums Fähigkeiten formal absprechen", so Nagel abschließend.
Die vollständige Stellungnahme der GEW Hessen zum Gesetzentwurf zum Staatsvertrag über die Vergabe von Studienplätzen finden Interessierte im Internet unter www.gew-hessen.de/.
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