VBE gegen Sozialneid-Diskussion unter PISA-Flagge

"Deutschlands Teilnahme an PISA muss zu einer veränderten Philosophie des deutschen Schulsystems führen", betont der Bundesvorsitzende des parteiunabhängigen Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger. "Das Zuteilen von Bildungswegen nach sozialer Herkunft widerspricht der demokratischen Verfasstheit unseres Landes", so Eckinger. "Der Zugang zu Bildung muss von unten nach oben aufgebaut werden. Nicht nur Messen und Wiegen, sondern Fördern und Fordern heißt die Maxime, um Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gelingende Bildungskarrieren zu eröffnen."

31.10.2005 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Der VBE-Bundesvorsitzende warnt zugleich davor, die PISA-Ergebnisse holzschnittartig zu deuten. "Nicht nur die Schule, auch das Elternhaus ist eine wesentliche Determinante für den Bildungserfolg der Kinder. Liebe, Vertrauen und gegenseitige Achtung in der Familie sind eine gute Basis für schulischen Erfolg. Allerdings wollen wir keine neue Sozialneid-Diskussion, die Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern, diskriminiert."

VBE-Bundesvorsitzender Eckinger kritisiert, dass seit 2001 in den Ländern nichts unternommen wurde, um individuelle Förderung in den Schulen zu verstärken. "Notwendige Diagnose- und Unterstützungssysteme für die Schulen stehen immer noch nur auf dem Papier der Kultusminister. In Deutschland wacht man erst auf, wenn es schon lichterloh brennt", hebt Eckinger hervor. "Das Schüler-Lehrer-Verhältnis liegt immer noch unter dem OECD-Mittel. In der deutschen Grundschule kommen zum Beispiel 18,7 Schüler auf eine Lehrerin, im OECD-Mittel nur 16,5. Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter reichen nicht einmal für die Brennpunktschulen aus."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden