VBE ist sich mit den Landtags-Grünen einig: Kinder brauchen mehr Musik

Die Forderung der Grünen im Landtag, Musikunterricht für so­zial benach­teiligte Kinder zu fördern und zu unterstützen will der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sogar noch erweitert wissen. Nach den einschlägigen Ergebnissen der Gehirnforschung und der Krimi­nologie bei den Forschungen der letzten Jahre, wirkt sich aktiver Umgang mit Musik - nicht der Musikkonsum - positiv auf die Entwicklung des Ge­hirns aus und senkt die Zahl krimineller Delikte.

25.01.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

In diese Richtung äußerte sich am Sonntag VBE-Vorstandsmitglied Josef Klein und verwies auf die Erkenntnisse des Gehirnforschers Manfred Spitzer (Univer­sitätsklinikum Ulm) und des Kriminologen Christian Pfeiffer (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen), die die Forschungsergebnisse jeweils geson­dert bereits an den Südbadischen Lehrertagen des VBE vorgetragen hatten. "Es ist erschreckend, mit welcher Ignoranz sich die Bildungspolitiker über diese Erkenntnisse hinwegsetzen und in Grund- und Hauptschulen die Existenz des Faches Musik lediglich schönreden", moniert der VBE-Mann aus Südbaden. Sowohl im Fächerverbund "MeNuK" - Mensch, Natur und Kultur - als auch in "MSG" - Musik/Sport/Gestalten spiele Musik nur dann eine wichtige Rolle, wenn ausgebildete Musiklehrer in ausreichendem Maße vorhanden seien. Durch die Fächerverbünde werden aber solche Mängel geschickt verschleiert, ist man sich beim VBE sicher.

Die Forderung der Grünen, dass ein Drei-Millionen-Etat geschaffen wer­den müsse, um die musikalische Bildung der Kinder aus benachteiligten Fami­lien zu fördern, hält der VBE für richtig und notwendig, allerdings auch nur als einen ersten Schritt. Musikalische Bildung müsse allen Kindern ermöglicht wer­den. Leider ist es auch Fakt, dass verstärkter Nachmittagsunterricht etwa durch das achtjährige Gymnasium und die verpflichtende Nachmittagsbetreuung durch gebundene Ganztagesschulen dem Vereinsleben und den Musikschulaktivitäten in Baden-Württemberg zumindest nicht förderlich sind.


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