Von der Wechselkursschwankung bis zur Schmiergeldforderung:
Unterschiedliche Geschäftsgebräuche, Schmiergeldforderungen, Wechselkursschwankungen, Aufrufe zum Produktboykott - diese besonders offensichtlichen und viele weitere Risiken wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und politischer Art treffen Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind. Um diesen Risiken begegnen zu können, bauen gerade kleine und mittelständische Unternehmen grenzüberschreitende Netzwerke auf. Aus dieser Netzwerkzusammenarbeit mit anderen Unternehmen ergeben sich zugleich weitere unternehmerische Herausforderungen.
14.07.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und KunstDiese vielseitigen Herausforderungen und Risiken zu erforschen und Empfehlungen für das Vorgehen in transnationalen Netzwerken auszusprechen, ist Ziel des neu gegründeten Forschungsverbunds FORTRANS ("Transnationale Netzwerke - Geschäftserfolg von kleineren und mittelständischen Unternehmen durch interkulturelles Risikomanagement"). "In FORTRANS arbeiten Wissenschaftler der Betriebswirtschaftslehre, der Ethnologie, der Geographie und der Psychologie zusammen. Diese Kooperation über Fachgrenzen hinweg ermöglicht es, die vielseitigen Herausforderungen für transnationale Netzwerke umfassend zu betrachten", erläuterte Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Donnerstag in München anlässlich der Bewilligung von 1 Mio. Euro Fördergeld für FORTRANS. Zugleich hob der Minister die Anwendungsorientierung von FORTRANS hervor: "Die Forschungsfragen, denen sich FORTRANS stellt, spiegeln die Probleme der Praxis wieder. Die Forschungsergebnisse sollen der Praxis in Form von Gestaltungsvorschlägen, Erklärungen und Prognosen zur Verfügung gestellt werden."
Der Forschungsverbund FORTRANS wird sowohl den Beitrag transnationaler Netzwerke für das Risikomanagement wissenschaftlich analysieren als auch Handlungsempfehlungen für die praktische Gestaltung von Netzwerken entwickeln. Er konzentriert sich dabei in seinen Projekten auf das Risikomanagement und den Geschäftserfolg von kleinen und mittelständischen Unternehmen, da diese bei einem Auslandsengagement den Risiken weitaus ungeschützter ausgesetzt sind als große Unternehmen. Die bayerische Wirtschaft ist aufgrund ihres hohen Mittelstandsanteils und ihrer intensiven Auslandbeziehungen besonders von diesen Entwicklungen betroffen.
Im Forschungsverbund FORTRANS bearbeiten Forscher der Universitäten Bamberg, Bayreuth, Erlangen-Nürnberg und München insgesamt sechs Einzelprojekte. Das Wissenschaftsministerium finanziert den Verbund in den nächsten drei Jahren mit insgesamt rund 1 Mio. Euro. Der neue Forschungsverbund nimmt am 1. August 2005 seine Arbeit auf. Die Einrichtung von Forschungsverbünden ist seit Jahren ein wichtiges Element der bayerischen Wissenschaftspolitik, um fach- und universitätsübergreifende Forschungsprojekte zu fördern.
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