Wozu braucht man Weiterbildung 4.0?
Es ist kein Geheimnis, dass sich die Arbeitswelt in einem stetigen Wandel befindet. Schlagworte, die aktuell von Relevanz sind: Digitalisierung und Globalisierung. Zwei harmlose Worte, die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer einiges verändern.
23.06.2023 Bundesweit Pressemeldung WBS Training AGAuf welche Herausforderungen sich diese einstellen müssen, wie sich dies auf Weiterbildungen auswirkt und welche Bedeutung der Begriff „Weiterbildung 4.0“ hat, erklären wir in diesem Artikel.
Ob mit „Arbeit 4.0“ oder „New Work“ bezeichnet, gemeint ist das gleiche: tiefgreifende und schnell fortschreitende Veränderungen in der Arbeitswelt. Um diesen gerecht werden zu können, werden Arbeitsstrukturen angepasst. Gerade in diesem Zusammenhang rücken auch Weiterbildungen in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Was ist Arbeit 4.0?
Wenn von „Weiterbildung 4.0“ die Rede ist, muss man sich zunächst anschauen, welche Neuerungen es in der Arbeitswelt gibt. Denn ebenso wie einst die industrielle Revolution beeinflussen Globalisierung und digitaler Wandel die Anforderungen von Kunden, Partnern und Arbeitgebern an Arbeitnehmer.
Der Begriff „Weiterbildung 4.0“ ist dabei an die Arbeitswelt 4.0 angelehnt. Diese umschreibt die vierte industrielle Revolution, welche in den 1990er-Jahren begonnen hat. Durch die Verbreitung von Computern und Internetanschlüssen ist eine Vernetzung weit über die Landesgrenzen hinaus möglich. Bevor sich die Arbeitswelt 4.0 entwickelt hat, gingen diese drei weitere Phasen voraus:
- Arbeit 1.0: Mitte des 18. Jahrhunderts in Zeiten der Industriellen Revolution
- Arbeit 2.0: Ende des 19. Jahrhunderts mit Beginn der Elektrifizierung
- Arbeit 3.0: Ab den 1970er-Jahren als erste computergesteuerte Prozesse, Robotik und Automatisierung die Arbeitswelt prägten
Seit einigen Jahrzehnten hat der technische Fortschritt Einzug erhalten und spiegelt sich in Cloud-Computing, dem Internet der Dinge oder globale Netzwerke wider. Folgende Merkmale sind typisch für die Arbeitswelt 4.0:
- Digitalisierung von Arbeitsplätzen
- Digitalisierung und Automatisierung vieler Prozesse
- Ermöglichung von zeit- und ortsunabhängigem Arbeiten
- Entwicklung agiler Organisationen und Führungsstile
- Outsourcing von Arbeiten an Unternehmen und Freiberufler
Viele Arbeitnehmer zeigen sich besorgt darüber, ob ihr Job in Zukunft überhaupt noch gefragt sein wird. Experten betonen immer wieder, dass es zwar einige Risiken der Digitalisierung gibt, jedoch die Chancen überwiegen. Wichtig ist allerdings, sich den verlagerten Ansprüchen anzupassen. Mit lebenslangem Lernen kann man zu einem gut ausgebildeten Arbeitnehmer werden, der mit neuen, digitalen Fachkenntnissen zu einem gefragten Bestandteil auf dem Arbeitsmarkt wird. Die lineare Arbeitsbiografie, bei der man jahrzehntelang im gleichen Betrieb gearbeitet hat, wird seltener werden. Dafür sind in der Zukunft Flexibilität und Anpassungsbereitschaft gefragt. Dies erhöht die Chancen für individuelle Jobs, bei denen sich Berufe und Familie besser miteinander vereinbaren lassen. Zum Beispiel indem man sich lange Arbeitswege spart oder Teilzeit arbeitet und sich nebenbei neues Wissen aneignet.
Der Stellenwert von Weiterbildung 4.0
Um mit dem technologischen Wandel und den Anforderungen der Arbeit 4.0 Schritt halten zu können, nehmen die Themen Bildung und Umschulung einen höheren Stellenwert ein. So lässt sich Arbeitslosigkeit mit Weiterbildung 4.0 verhindern, denn entsprechende Schulungsangebote helfen dabei, sich auf die neuen Arbeitsweisen vorzubereiten. Insbesondere der Erwerb digitaler Kompetenzen steht im Vordergrund. Arbeitnehmer, die sich weiterbilden und trotz Veränderungen in der Arbeitswelt auf dem aktuellen Stand bleiben, haben gute Chancen, von der Digitalisierung zu profitieren. So kann es sich etwa anbieten, sich mit einer Umschulung ein neues Berufsfeld zu erschließen. Denn in der Arbeitswelt 4.0 sind viele neue Jobs entstanden wie der des SEO-Managers. Aber auch Robotik-Ingenieure, E-Commerce-Manager, EDV-Berater, Marketing-Manager und Webdesigner zählen zu den Jobs der Zukunft.
Daneben gibt es eine Vielzahl an Berufen, die auch in Zukunft Bestand haben werden. Hierzu gehören kreative Berufe wie Redakteur und Friseur sowie Berufe mit hoher Qualifikation wie Lehrer oder Arzt. Und natürlich werden handwerkliche und pflegerische Berufe nach wie vor gefragt sein. Jedoch werden bei vielen Berufen immer häufiger digitale Kompetenzen erwartet. Mit dem Qualifizierungschancengesetz sollen Arbeitgeber einen Anreiz erhalten, ihre vom digitalen Strukturwandel betroffenen Mitarbeiter weiterzubilden. Dieses Gesetz sieht eine stärkere Förderung vor und soll Beschäftigte unterstützen, die infolge des digitalen Strukturwandels einen Bedarf an Weiterbildung haben. Auch wer eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstrebt, kann gefördert werden.
Für wen bietet sich eine Weiterbildung 4.0 an?
Es gibt kaum eine Branche, die nicht von den Veränderungen der Arbeitswelt betroffen ist. Doch in einigen Bereichen macht sich die Digitalisierung stärker bemerkbar. Besonders stark von Veränderungen betroffen sind die Informations- und Kommunikationsbranche, der Fahrzeugbau, die Elektrotechnik- und die Maschinenbaubranche. Weniger Qualifizierungsbedarf herrscht im Baugewerbe, bei der Tourismusbranche oder im Bereich Textilherstellung.
Sinnvoll ist eine Weiterbildung 4.0 insbesondere dort, wo sowieso schon mit digitalen Medien gearbeitet wird. Dank einer entsprechenden Schulung lässt sich das vorhandene Wissen stets aktuell halten. Wie eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule (IU) zeigt, halten 88,7 Prozent der Befragten eine kontinuierliche Weiterbildung für entscheidend, doch nur 13,9 Prozent absolvieren tatsächlich eine Weiterbildung. Damit Bildungswillige gut informiert sind, sieht das Qualifizierungschancengesetz nicht nur eine finanzielle Weiterbildungsförderung für bestimmte Gruppen sondern auch eine Weiterbildungsberatung für jeden vor.
Diese Lernformen sind typisch für Weiterbildungen 4.0
Der Begriff „Weiterbildung 4.0“ umfasst Weiterbildungen, welche auf die Arbeitswelt 4.0 angepasst sind. Das betrifft nicht nur die Lerninhalte sondern auch die Lernformen. Mittlerweile hat sich die Art des Weiterbildens neuen Standards angepasst. Standen früher Präsenzseminare und Fachliteratur in gedruckter Form bei Weiterbildungen im Fokus, etablieren sich immer mehr neue Lernformen. Viele Bildungsanbieter achten darauf, dass ihre Kunden durch die Anwendung moderner, digitaler Lernformen einen natürlichen Umgang mit den durch die Digitalisierung einhergehenden Änderungen der Arbeitswelt 4.0 lernen.
E-Learning ist mittlerweile eine häufig genutzte Methode, Lerninhalte zeit- und ortsunabhängig zu vermitteln. Indem Lernen mit digitalen Aspekten kombiniert wird, wird die Akzeptanz für und der Umgang mit digitalen Medien auf natürliche Weise gestärkt. Gleichzeitig schaffen moderne Lernmethoden Freiräume, die der heute immer wichtiger werdenden Work-Life-Balance entgegenkommen.
Folgende digitale Lernmethoden kommen bei der Weiterbildung 4.0 zum Einsatz:
- Lernprogramme, mit denen man in seinem eigenen Tempo lernen kann
- Online-Kurse in variablem Umfang
- Erklär- und Trainingsvideos sowie Tutorials
- Unterlagen in Form von Fachliteratur, Textbüchern und Übungsaufgaben, welche digital bereitgestellt werden
- virtuelle Räume, die Videokonferenzen, virtuelle Klassenzimmer und Seminare unterstützen
Es geht also um die Schaffung einer persönlichen Lernumgebung. Bei jener arrangiert sich der Lernende Webinhalte, Lernwerkzeuge und -ressourcen so, dass er optimal beim Lernen unterstützt wird. Gern gesehen sind in der persönlichen Lernumgebung Möglichkeiten zur Präsentation, zum Teilen und Networken.
Bildquelle: Lifestylememory auf Freepik
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