195 weitere Modellstandorte mit 434 Kindergärten und 204 Grundschulen werden in das Projekt "Schulreifes Kind" aufgenommen

Im Herbst werden 195 weitere Modellstandorte mit 434 Kindergärten und 204 Grundschulen in das Projekt "Schulreifes Kind" aufgenommen. Damit steigt die Zahl der Modellstandorte zum neuen Schul- bzw. Kindergartenjahr 2007/08 auf insgesamt 245 mit insgesamt 857 Einrichtungen, davon 592 Kindergärten und 265 Schulen. Dies gab Kultusminister Helmut Rau MdL am Freitag (27. April) in Stuttgart bekannt. "Alle Bewer-bungen, die zum Beginn der Modellphase vorerst nicht berücksichtigt werden konnten, kommen nun in einer 2. Tranche zum Zuge. Damit haben wir unsere Zusage eingehalten, das wir keine Einrichtung von der Teilnahme ausschließen werden." Das Projekt startete im September 2006 mit 50 Modellstandorten und insgesamt 219 Einrichtungen, davon 158 Kindergärten und 61 Grundschulen.

27.04.2007 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Rau bezeichnete das Projekt "Schulreifes Kind" als Schlüsselvorhaben der Landesregierung im Bereich der frühkindlichen Förderung. Es setzt dort an, wo der Förderbedarf eines Kindes über die Möglichkeiten des neuen Orientierungsplans für Kindergärten hinausgeht.

Entwicklungsverzögerungen sollen somit frühzeitig erkannt und durch gezielte Förder-maßnahmen ausgeglichen werden. "Die Rückstellung vom Schulbesuch verletzt Kinder in ihrem Selbstwertgefühl und lähmt ihre Motivation. Wir müssen dafür sorgen, dass für Kinder der Bildungsort Schule von Beginn an mit positiven Gefühlen besetzt ist. Unser Ziel ist es, dass alle Kinder einen guten Start in die Schule erhalten", betonte Rau. Er sieht in dem Projekt auch ein Mittel, um die Bildungschancen von Migranten-kindern deutlich zu verbessern und damit erfolgreiche Integrationsarbeit zu leisten.

Das Förderverfahren beginnt 24 bis 15 Monate vor der Einschulung. In diesem Zeitraum legen die Erzieherinnen und Erzieher fest, ob ein Förderbedarf besteht oder nicht. Grundlage der Diagnostik bildet der Orientierungsplan für Kindergärten mit seinen Bildungs- und Entwicklungsfeldern. Eine weitere Möglichkeit in der Erprobungsphase ist die Koppelung des Projekts mit der vom Sozialministerium neu konzipierten Einschulungsuntersuchung, die in zehn Landkreisen modellhaft erprobt wird. Die Teilnahme an der Untersuchung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst ist freiwillig. Bestandteil dieser Untersuchung ist ein Sprachtest sowie ein Seh- und Hörtest. Herangezogen werden auch der Impfpass sowie die Entwicklungsdokumentation des Kindergartens.

In beiden Fällen wird der Förderbedarf einem bei den Landratsämtern angesiedelten "Runden Tisch" gemeldet, an dem Schule, Kindergarten, Gesundheitsamt, Frühförderstelle und die betroffenen Eltern über das konkrete Förderangebot für das jeweilige Kind beraten und entscheiden. Zu den möglichen Maßnahmen zählen beispielsweise Sprachförderung, Schulung der Feinmotorik oder auch Übungen zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit. Für den Einsatz der pädagogischen Fachkräfte erhalten die Landratsämter einen Stundenpool zugewiesen, dessen Umfang vom Förderbedarf und der Anzahl der Gruppen abhängt. Insgesamt stehen im Endausbau 45 Millionen Euro an Landesmitteln zur Verfügung.

Die Förderung kann in der Grundschule oder im Kindergarten, durch Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher oder in Zusammenarbeit beider pädagogischer Fachkräfte erfolgen. Die verschiedenen Erprobungsmodelle beginnen ein Jahr bzw. ein halbes Jahr vor der Einschulung und variieren im Förderumfang von sechs bis höchstens 18 Wochen-stunden.

Die Kindergärten, Schulen, Träger und die Schulverwaltung der 2. Tranche werden derzeit schriftlich benachrichtigt über ihre Aufnahme in das Projekt "Schulreifes Kind" benachrichtigt. Sie können auf die Erfahrungen aufbauen, die bereits von den beteiligten Kindergärten und Schulen der 1. Tranche gesammelt worden sind.

Hinweis an die Redaktionen:

Auf Anfrage erhalten Sie gerne die Liste der Modellstandorte der 2. Tranche Weitere Informationen finden Sie unter: www.kindergarten-bw.de


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