Bildung ist mehr als Schule

"Familien brauchen heute mehr denn je unbürokratische Hilfe bei der Bewältigung des Alltags und in Erziehungsfragen", sagt Ute Haupt. Als Leiterin einer der 21 Einrichtungen der Köln-Kitas gGmbH kennt sie die Sorgen vieler Eltern. "In den letzten Jahren haben sich die Lebensumstände für Familien deutlich verändert. Arbeitslosigkeit, niedriges Erwerbseinkommen und mangelnde Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren erhöhen ihre Angst vor Armut. Und auch die Erziehung der Kinder lässt Eltern immer öfter an ihre Belastungsgrenze stoßen."

19.02.2007 Pressemeldung Didacta Verband e.V. / Verband der Bildungswirtschaft

Vernetzte Hilfen aus einer Hand für Kinder und Eltern. Dies wollen Zentren für Kinder und Familien sicherstellen, zu denen sich gerade zahlreiche Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen weiterentwickeln. Hier stehen neben den Bildungsangeboten für Kinder ergänzende Hilfs- und Beratungsangebote in Kooperation mit verschiedenen Fachstellen zur Verfügung, wie zum Beispiel der Erziehungsberatungsstelle, dem Frühförderzentrum oder der Familienbildungsstätte. Eltern können hier an Sprachkursen teilnehmen, sich austauschen und Kontakte knüpfen.

Sind Familienzentren also die Bildungsorte der Zukunft? Diese Frage greift die didacta 2007 in Köln (27.2. – 3.3.2007) in vielfältigen Veranstaltungen auf. Die Sonderschau des Didacta Verbandes e.V.,

"Bildung ist mehr als Schule – Kinder- und Familienzentren",

(Halle 7, B 20/C 21) geht dabei vor allem auf die erweiterten Aufgaben der pädagogischen Fachkräfte ein und beschreibt, welche politischen und finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit Familienzentren gelingen können.

Im Vordergrund stehen dabei Erfahrungen aus der Praxis. "Die Sonderschau bringt Erzieherinnen, Träger, Fachberater und Eltern zusammen. Hier können sie sich austauschen und erfahren, worin sich die Aufgaben von Familienzentren von denen der Tageseinrichtungen unterscheiden und auf welche Aspekte bei der Weiterentwicklung geachtet werden sollte", erklärt Gerhard Stranz von der Vereinigung der Waldorfkindergärten für die Veranstaltergemeinschaft der Sonderschau. In diesem Rahmen stellen sich u.a. Projekte des Blauen Elefanten, Kinderhäusern im Deutschen Kinderschutzbund sowie Einrichtungen aus der Waldorfkindergartenvereinigung und des Deutschen Jugendinstituts vor. Und auch die KölnKitas gGmbH, die derzeit jede ihrer 21 Einrichtungen zu Familienzentren weiterentwickelt.

"Wir möchten Eltern über kurze Wege schnelle Hilfe und Unterstützung anbieten", erläutert Ute Haupt. "Dafür fragen wir ihre Bedürfnisse ab und entwickeln daraufhin passgenaue Angebote, die sowohl durch das eigene pädagogische Personal als auch durch externe Fachstellen in der Kindertagesstätte durchgeführt werden."

Diese erweiterten Aufgaben sind jedoch nicht zum Nulltarif zu haben. "Da die Erzieherinnen in erster Linie für die Bildung und Betreuung der Kinder zuständig sind, benötigen wir zusätzliches Personal und finanzielle Mittel, um diese Angebote langfristig durchführen zu können", so Haupt. "Es bleibt zu hoffen, dass die Landesregierung dementsprechende Mittel zur Verfügung stellt."

Weitere Veranstaltungen zum Thema "Familienzentren" auf der didacta 2007

"Im Dialog mit der Praxis: Zentren für Kinder und Familien – ein Modell oder die Bildungsorte der Zukunft?"

Eine offene Gesprächsrunde mit Ute Haupt, KölnKitas gGmbH, Marima del Monte, Blauer Elefant - Kindertagesstätte des Kinderschutzbundes und Barbara Stoklas, Überregionale Beratungs-, Informations- & Kommunikationsstelle Brandenburg, am 28. Februar 2007, 14 – 15 Uhr, Congress Centrum (CC) Nord, Konrad Adenauer Saal.

"Stark im Netzwerk - Familienzentren NRW"

Entscheidertag des Landschaftsverbands Rheinland am 1. März 2007, 10 – 16 Uhr, Congress Centrum (CC) Nord, Rheinsaal. U.a. mit Armin Laschet, Minister für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Was sind Familienzentren?

Mit der Weiterentwicklung zu Familienzentren will das Land Nordrhein-Westfalen Kindertagesstätten unterstützen, erweiterte Aufgaben wahrnehmen zu können. Dies soll durch die vorgesehene Kooperation mit anderen Leistungsträgern, vor allem mit der Familienberatung und der Familienbildung, ermöglicht werden. Damit wird eine Entwicklung aufgegriffen, die im Kern immer schon Bestandteil der Arbeit von Tageseinrichtungen war. Seit Mai 2006 sammelt das Land Erfahrungen in 251 Pilotprojekten. Im Sommer 2007 sollen weitere 750 Einrichtungen in das Projekt einbezogen und dann auch mit zusätzlichen Mitteln gefördert werden. Eine sinnvolle Entwicklung, die auch in anderen Bundesländern gefördert wird - etwa die Eltern-Kind-Zentren in Brandenburg - und die unter dem Begriff Mehrgenerationenhaus auch durch das Bundesjugendministerium auf den Weg gebracht worden ist. Allerdings werden aus der Praxis zusätzliche Anforderungen an die Ausgestaltung von Familienzentren gestellt. Welche dies sind, erfahren Sie auf der didacta 2007 in Köln.

Ansprechpartner

Didacta Verband e.V. / Verband der Bildungswirtschaft
Web: http://www.didacta.de

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