Bildungshaus 3-10: Erste Zwischenergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung vorgestellt

"Ich verfolge mit großer Freude die Fortschritte der kooperierenden Einrichtungen im Rahmen des Modellprojekts Bildungshaus 3-10. Auch der Zwischenbericht der Wissenschaftler zeigt uns, dass die Bildungshäuser echte Pionierarbeit in der frühkindlichen Bildung leisten. Deshalb glaube ich, dass wir große Hoffnungen auf das Bildungshaus setzen können und nicht enttäuscht werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Weg ein tragfähiges Zukunftsmodell in der Elementar- und Primarbildung sein wird", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL am Montag in Stuttgart. Bei einer Fachtagung des Kultusministeriums wurden die ersten Erfahrungen der Bildungshäuser bilanziert und die Strategien der wissenschaftlichen Begleitung vorgestellt." Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) wurde damit beauftragt.

13.07.2009 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

"In den 10 Monaten, die seit dem Start der wissenschaftlichen Begleitung vergangen sind, konnten wir in den Bildungshäusern eine enorme Entwicklung beobachten: Die Teams aus den Kindergärten und Grundschulen sind zusammengewachsen. Sie haben sich mit viel Engagement und hoher Motivation den neuen Herausforderungen im Bildungshaus 3-10 gestellt. Die Modellstandorte sind dabei, facettenreiche Formen der gemeinsamen Arbeit zu entwickeln, und dabei werden sie durch unsere wissenschaftliche Begleitung unterstützt", sagte PD Dr. Michaela Sambanis vom ZNL, die die wissenschaftliche Begleitung leitet.

Die Arbeit in einem Bildungshaus zeichnet sich dadurch aus, dass die 33 Modellstandorte die pädagogische Arbeit von Kindergarten und Grundschule systematisch verzahnen, so dass die Zusammenarbeit zu einem wesentlichen Merkmal des Profils der beteiligten Institutionen wird. Die wissenschaftliche Begleitung unterstützt dabei die Einrichtung prozessbegleitend in Form von Coachings und dokumentiert deren Entwicklungen. Im Rahmen der Evaluation richtet sich das Augenmerk auf die Bereiche: Kind, Träger und Einrichtung.

Im Kindergarten wird beispielsweise beobachtet, wie sich das Kind entwickelt und welche Entfaltungsmöglichkeiten es in der Einrichtung hat. Beobachtet werden auch die Kontaktfähigkeit, Selbststeuerung und Rücksichtnahme, Selbstbehauptung, Stressregulierung, Aufgabenorientierung und Explorationsfreude, Merkmale, die aus Sicht der Forschergruppe wichtige Indizien für die Persönlichkeitsentwicklung liefern, zu deren Gelingen Bildungsinstitutionen maßgeblich beitragen können. Auf Ebene der Einrichtungen werden Daten zur Strukturqualität der Modell- und Vergleichseinrichtungen (Gruppengröße, Personalschlüssel, Ausstattung etc.), die Orientierungsqualität (pädagogische Konzeption, Umsetzung von Orientierungs- und Bildungsplan etc.) und die Prozessqualität (Interaktion mit dem Kind, Elternarbeit und Elternpartizipation etc.) erhoben. Auch die Motivation und Erwartungen der Träger werden erfasst und zwar durch eine bildungsökonomische Studie, die von einem der Projektpartner des ZNL, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, durchgeführt wird.

"Wir als Wissenschaftlerinnen freuen uns über die große Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen in den Modell- und Vergleichsstandorten, sich an den wissenschaftlichen Erhebungen zu beteiligen. Der erste Erhebungsdurchgang konnte im Frühjahr starten und wird Ende des Jahres abgeschlossen sein", sagte Sambanis.

Weitere Infos unter: www.znl-bildungshaus.de


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