Innovatives Modellprojekt "KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern" setzt neue Akzente in der frühen Förderung von Kindern

Das Modellprojekt "KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern" setzt neue Akzente in der frühen, individuellen Förderung: Eine Grundschullehrerin und das pädagogische Fachpersonal des Kindergartens arbeiten in einem Team zusammen. Sie bilden eine Einheit, mit dem Ziel, die Kinder im Kindergarten individueller zu fördern. "Das Modell zeigt, wie sinnvoll sich Grundschullehrkraft und Erzieherin mit ihren jeweiligen Erfahrungen und ihrem Wissen ergänzen", sagte der Kultusminister am Freitag anlässlich seines Informationsbesuches im Evangelischen Kinderhaus in Günzburg.

03.06.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Bildung kann nicht früh genug beginnen. Kinder wollen sich Wissen aneignen und die Welt entdecken. Sie müssen aber auch frühzeitig fit gemacht werden für eine sich ständig wandelnde Lebenswelt", erklärte Bayerns Familienministerin Christa Stewens und fügte hinzu: "Dazu schafft der Bildungs- und Erziehungsplan des Familienministeriums, der mit dem neuen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz im Herbst verbindlich in allen Kindertageseinrichtungen eingeführt werden wird und eine der Grundlagen für KiDZ bildet, die optimalen Voraussetzungen."

Dr. Christof Prechtl, Geschäftsführer der Abteilung Bildung bei der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, sagte in Günzburg: "Unsere Kinder brauchen eine qualitativ gute Bildung, denn Fähigkeiten, Fertigkeiten und Talente der Menschen sind ihre wichtigsten Ressourcen - und zugleich die wichtigsten Ressourcen unserer Gesellschaft."

Das Modellprojekt KiDZ läuft seit Beginn des Schuljahres 2004/05 an drei Standorten in Bayern, einer davon in Günzburg. Beim Kindergarten der Zukunft kooperieren das Bayerische Kultusministerium, das Bayerische Familienministerium, die Stiftung Bildungspakt Bayern sowie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Der VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie unterstützt das Projekt mit 300.000 Euro jährlich.

"Die bayerische Wirtschaft möchte ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung Rechung tragen. Dabei ist Bildung für uns das zentrale Thema: Sie bedeutet für jeden die Eintrittskarte in die Gesellschaft. Ohne angemessene Bildungsangebote werden in Deutschland über kurz oder lang die Lichter ausgehen", so Dr. Prechtl von der vbw ? Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

"Wir haben das Projekt gestartet, um wissenschaftlich fundierte Möglichkeiten der Frühförderung in Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule zu entwickeln", sagte Kultusminister Schneider. KiDZ werde von Professor Hans-Günther Roßbach von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die Erfahrungen der ersten neun Monate zeigten, dass eine stärkere Verzahnung zwischen Kindergarten und Grundschule der richtige Weg sei. Beeindruckend seien der Lerneifer und die Lernlust der Mädchen und Buben.

Im KiDZ-Kindergarten erwerben die Kinder neben Schlüsselkompetenzen zugleich altersgerecht den Lehrstoff der ersten Klasse ? und dies je nach Begabung in zwei, drei oder vier Jahren. Neben dem im ersten Grundschuljahr vermittelten Wissen dient der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan als ein an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichteter Leitfaden für Erzieherinnen und Erzieher als Basis für die pädagogische Arbeit. Zu den Schwerpunkten gehören Kernkompetenzen wie soziale Kompetenz und Lernkompetenz sowie naturwissenschaftliche, mathematische und musische Bildung, Werteerziehung und Sprachförderung. Im Anschluss an die KiDZ-Kindergartenzeit kommen die Kinder dann direkt in die zweite Grundschulklasse. Die Einschulung erfolgt also nicht nach fest vorgegebenen Terminen, sondern sie richtet sich vielmehr nach dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder.

Familienministerin Stewens: "Es geht bei diesem Projekt darum, die individuelle Förderung von Kindern beim Übergang vom Kindergarten in die Schule noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Auf diese Weise wird ein fließender Übergang vom ,lernenden Spielen? zum ,spielenden Lernen? ermöglicht. Wir wollen keine Verschulung des Kindergartens! Gleichzeitig wird auch ein wichtiges Ziel des Bildungs- und Erziehungsplans umgesetzt: die verstärkte Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen", erklärte Stewens und fügte hinzu: "Unsere Kindergärten sind bereits seit 1972 Bildungseinrichtungen. Ebenso lange besteht das Staatsinstitut für Frühpädagogik, eine bundesweit einmalige Einrichtung." In Günzburg arbeiten das Evangelische Kinderhaus und die Volksschule Günzburg Dossenbergerhaus zusammen. Hier gibt es drei KiDZ-Gruppen - die "Tigergruppe", die "Fröschegruppe" sowie die "Tigerentengruppe" - mit insgesamt 76 Mädchen und Buben.

Bernhard Seidenath
Pressesprecher Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen

Claudia Piatzer
Pressesprecherin der Stiftung Bildungspakt Bayern


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