Kinder lernen Sprache im eigenen Tempo

(bikl.de/ots) - Viele Eltern machen sich unnötig Sorgen, wenn sich ihr Nachwuchs mit dem Reden Zeit lässt. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass der Spracherwerb keineswegs in einem festen Zeitfenster erfolgt. Darüber berichtet das am 15. Oktober erscheinende Magazin GEO WISSEN zum Thema "Sprache".

12.10.2007 Artikel
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Eltern von mundfaulen Zweijährigen rät die Oldenburger Entwicklungspsychologin Gisela Szagun, "alle Sorgen zu vergessen. Die Kleinen können einen Rückstand problemlos aufholen". Ein Besuch beim Logopäden sei erst geboten, wenn der Nachwuchs mit drei Jahren noch immer keine Lust habe zu sprechen.

Die Expertin hat einen neuen Fragebogen (FRAKIS) für Eltern entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Sprachentwicklung von Kindern zwischen 18 und 30 Monaten ermitteln lässt - und der weit aussagekräftiger ist als jener, den viele Kinderärzte bis heute benutzen.

Medienberichte, wonach 30 Prozent der Erstklässler in der Sprachentwicklung gestört seien, sind zudem weit übertrieben. Tatsächlich bedürfen nur fünf bis zehn Prozent der Kinder einer Therapie, sagt Lilian Fried, Professorin für frühkindliche Pädagogik an der Universität Dortmund, gegenüber GEO WISSEN. Der Anteil entspreche dem internationalen Niveau und sei seit Jahren konstant. Lilian Fried hat unter anderem den Sprachtest Delfin 4 entwickelt, dem sich alle vierjährigen Kinder in Nordrhein-Westfalen unterziehen müssen.


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