Kultusminister Rau: Mit Bildungshäusern hat das Land bundesweite Vorreiterrolle in der frühkindlichen Bildung übernommen

Kultusminister Helmut Rau MdL hat die Bedeutung der Bildungshäuser für Drei- bis Zehnjährige als Schlüsselvorhaben der Landesregierung im Bereich der frühkindlichen Bildung unterstrichen. Baden-Württemberg übernehme eine bundesweite Vorreiterrolle. Bei einer Auftaktveranstaltung für die am Modellprojekt beteiligten Erziehungs- und Grundschullehrkräfte sagte Rau am Donnerstag (24. Januar) in Stuttgart: "Wenn die Modellphase so erfolgreich verläuft, wie wir das erwarten, können die Bildungshäuser in einigen Jahren zum Vorbild für die intensive Kooperation von Kindergarten und Grundschule werden. Von solchen Kooperationsverbünden geht eine große Dynamik aus."

24.01.2008 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

An derzeit 23 Standorten im Land wird die Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschulen so organisiert, dass eine durchgängige Bildungseinrichtung für Drei- bis Zehnjährige entsteht. Weitere zehn Standorte sind ausgewählt und können im nächsten Schuljahr starten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts fördern. Dies gab der Staatssekretär im BMBF, Michael Thielen, im Rahmen der Informationsveranstaltung bekannt. Die Höhe der Fördersumme steht nach dem Ende des Bewilligungsverfahrens fest.

Rau betonte, dass mit der Erprobung der Bildungshäuser keine "Verschulung" der frühkindlichen Bildung beabsichtigt sei. Unter einem pädagogischen Dach sollen Kindergärten und Grundschulen gemeinsam Angebote entwickeln, die dem Bildungsbedürfnis von Kleinkindern entsprächen. "Damit greifen wir jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse auf und setzen diese in ein modernes pädagogisches Konzept um", so der Minister. Eine der Grundlagen dafür bilde der neue Orientierungsplan für Kindergärten, dessen Bildungs- und Entwicklungsfelder in den Fächern und Fächerverbünden der Grundschule fortgesetzt würden. "Baden-Württemberg hat ein ineinander verzahntes Konzept im Bereich der frühkindlichen Bildung entwickelt." Dazu gehöre auch das Projekt Schulreifes Kind, das für Kinder mit Entwicklungsdefiziten gezielte Fördermaßnahmen vorsehe.

Zentrales pädagogisches Strukturelement der Bildungshäuser bilden einrichtungsübergreifende Lern- und Spielzeiten in jahrgangsgemischten Gruppen. "Wenn wir von längerem gemeinsamem Lernen sprechen, dann ist das Bildungshaus der richtige Ort dafür. In den frühen Jahren werden die Weichen für eine gelingende Bildungsbiografie gestellt." Die zum Beginn der Erprobungsphase von Kindergarten und Grundschule gemeinsam entwickelten Bildungsangebote seien integraler Bestandteil der Wochen- und Stundenpläne und fänden in den Räumen beider Institutionen statt. Einen Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit in den Bildungshäusern stelle das soziale Lernen dar. Eine zunehmende Anzahl von Kindern wachse heute ohne Geschwister auf. Der Kindergarten werde immer häufiger zum ersten Ort, an dem Kinder lernten, sich in eine Gruppe einzuordnen. Die Übernahme von Verantwortung könne am besten in altersgemischten Lern- und Spielgruppen eingeübt werden.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden