Kultusminister wirbt für den Kita-Besuch
"Möglichst viele Eltern sollten vom Recht auf einen Kindergartenplatz Gebrauch machen und nicht erst kurz vor Schuleintritt den Kindern die Möglichkeit geben, eine Gemeinschaft außerhalb der Familie kennen zu lernen", erklärte der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (19. Januar 2005) in seiner Rede bei einer Veranstaltung des katholischen Forums zum Thema "Fortentwicklung der Kindertagesstätten in Niedersachsen" in Hannover.
19.01.2005 Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium"Viele Kinder erleben sich in der Kindertagesstätte zum ersten Mal in einer größeren Gemeinschaft unter Gleichen. Sie machen dabei soziale Lernerfahrungen, die sie so in der Familie nicht machen können", stellte Busemann fest. Gerade dem frühen Lernen sei intensive Aufmerksamkeit zu widmen, ohne dabei den Kindergarten zu verschulen. Mit dem jetzt vorliegenden Orientierungsplan Bildung und Erziehung im Elementarbereich habe die Landesregierung gemeinsam mit den Trägerverbänden ein langjähriges Defizit bei der Umsetzung des Bildungsauftrags der Kindertagesstätten aufgearbeitet. "Caritas und katholische Kirchengemeinden mit der Trägerschaft von immerhin gut 450 Kindertageseinrichtungen gestalten das Profil unserer niedersächsischen Kita-Landschaft an wichtiger Stelle mit. "Insbesondere für die gute Zusammenarbeit bei der Erstellung und Erprobung des Orientierungsplans sage ich ausdrücklich Dank", hob Busemann hervor.
"Aus familienpolitischen, aber auch bildungspolitischen Gesichtspunkten halte ich den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige für dringend geboten. Das jetzt in Kraft getretene Tagesbetreuungsausbaugesetz löst aber das entscheidende Problem der Finanzierung nicht wirklich seriös", stellte Busemann fest. Statt mit einer finanziellen Entlastung sei für die niedersächsischen Kommunen eher mit einer zusätzlichen Belastung durch Hartz IV zu rechnen.
"Nach wie vor ist es mir ein wichtiges Anliegen, die Eltern von Kinderbetreuungskosten zu entlasten", machte Busemann deutlich. Er begrüßte in diesem Zusammenhang die auch von Ministerpräsident Christian Wulff erneut angestoßene Diskussion, wobei jedoch derzeit absolut ungeklärt sei, wie etwaige Modelle zu finanzieren seien. "Es wird immer notwendiger, Eltern und Familien in die Arbeit der Kindertagesstätten und Schulen einzubeziehen", stellte Busemann abschließend fest.
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