Landesregierung legt Bilanz zur Förderung der offenen Kinder- und Jugendarbeit vor
Rund 2200 "Häuser der offenen Tür" in Nordrhein-Westfalen werden jährlich aus den Mitteln des Landesjugendplans gefördert. Rund 3700 hauptberuflich tätige Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte ausgebildete Sozialpädagogen oder Sozialarbeiter, sind Ansprechpartner für zentrale Fragen der Freizeitgestaltung, des Kinder- und Jugendschutzes oder bei Schulkonflikten. Sie beraten in Fragen der Partnerschaft ebenso wie bei der Stellensuche. Diese Zahlen gehen aus der jüngsten Strukturdatenerhebung, die die Universität Dortmund im Auftrag des Schul- und Jugendministeriums für das Jahr 2002 durchgeführt hat, hervor.
05.01.2005 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-WestfalenSchul- und Jugendministerin Ute Schäfer betonte: "Mit rund 185.000 jugendlichen Stammbesuchern leisten die Häuser der offenen Tür einen wichtigen Beitrag zur Erziehung und Bildung junger Menschen. Sie sind Orte, die ein breites pädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche haben. Gerade für Jugendliche, die nur wenig Freizeitalternativen haben, sind diese Einrichtungen ein Stück soziale Heimat geworden." Ungefähr 55 Prozent der Jugendzentren haben ihren "Kernbereich" der offenen Arbeit über 20 Stunden pro Woche geöffnet. Fast 29% der Häuser öffnen regelmäßig auch an Wochenenden. Schäfer betont: "Wenn wir diese Einrichtungen nicht hätten, könnten viele Kinder und Jugendliche kaum sinnvollen Freizeitangeboten nachgehen und wären allein auf die Angebote der kommerziellen Freizeitwelt angewiesen."
Mehr als ein Drittel der Häuser der offenen Tür machen für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien besondere Angebote und helfen so bei ihrer Integration in unsere Gesellschaft. Angeboten werden unter anderem spezielle Schulaufgabenhilfen mit Sprachförderung, Bewerbungshilfen beim Übergang von der Schule in den Beruf, die Förderung von ausländischen Kindern, die nicht den Kindergarten besuchen, ein Internetcafé mit türkischen, kurdischen Jugendlichen und Jugendlichen aus der ehemaligen Sowjetunion oder Deeskalationstrainings in Kooperation mit Schulen.
Die Strukturdatenerhebung 2002 setzt die für das Jahr 2001 erstmals durchgeführte Untersuchung fort. Einen solchen Gesamt-Bericht gibt es in dieser Form nur für NRW. Er gilt als beispielhaft für die geplante nationale Bildungsberichterstattung. Für die Strukturdatenerhebung wurden die Jugendämter in NRW mit einem Fragebogen um Auskunft zu den Bereichen Angebote, Teilnehmende, Finanzen und Personal befragt. Als zusätzlicher Bereich wurden diesmal spezielle Angebote für junge Zuwanderer erhoben.
Die Ministerin forderte die Träger und Einrichtungen auf, ihre Kompetenzen stärker in kommunale Bildungslandschaften einzubringen und das Zusammenwirken mit der Schule auszubauen. "Die Kooperation von Jugendhilfe und Schule ist eine große Chance für beide Seiten", unterstrich die Ministerin, "jeder kann seine Stärken einbringen. Es geht gerade nicht darum, das eigene Profil aufzugeben, sondern darum, es zu stärken und weiterzuentwickeln. Das nützt auch den Kindern, denn sie können gezielter gefördert werden."
Dazu bedürfe es einer qualifizierten gemeinsamen Jugendhilfe- sowie Schulentwicklungsplanung. Eine solche Kooperation könne vor allem Kindern und Jugendlichen, die Schulschwierigkeiten haben, zu Gute kommen.
"Mit dem neuen Kinder- und Jugendförderungsgesetz wurde die Höhe des Kinder- und Jugendförderplans ab Januar 2006 wieder auf den Wert von 2003 heraufgesetzt. Über die Ausgestaltung dieses Planes werden im kommenden Jahr mit allen Vertretern der Jugendhilfe Gespräche stattfinden, um zukunftsfähige Entwicklungen gemeinsam voranzutreiben. Für das Jahr 2005 werden Lösungen gefunden, die die Strukturen erhalten", versprach die Ministerin. Land und Kommunen stellten im Jahr 2002 etwa 205 Millionen Euro für die Häuser der offenen Tür bereit. Die Träger dieser Jugendzentren leisteten darüber hinaus Eigenbeiträge in Höhe von etwa 32 Millionen Euro.
Die regelmäßige Strukturdatenerhebung ist Teil des "Wirksamkeitsdialoges", der sowohl auf Landes- als auch auf lokaler Ebene einen Prozess der Qualitätsentwicklung und der Qualitätsentwicklung in verschiedenen Feldern der Jugendhilfe anstrebt. Dazu dienten im laufenden Jahr auch vier Dialogforen für verschiedene Jugendämtergruppen, die ihre Erfahrungen mit dem Qualitätsmanagement diskutierten, sich gegenseitig Anregungen gaben und dies in der nächsten Zeit für sich nutzen wollten.
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