"Marshallplan" für frühe Bildung gefordert
(bikl.de) Deutschland braucht umfassende Reformen im frühkindlichen Bereich, sowohl was die Quantität der Betreuungsplätze, als auch die Qualität der frühkindlichen Bildung angeht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Publikation der Konrad-Adenauer-Stiftung.
02.08.2007 ArtikelDie Publikation "Kinder in besten Händen, Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland" wurde gestern in Berlin vorgestellt. Dabei erklärte der er parlamentarische Familienstaatssekretär Hermann Kues, zwar bleibe die allererste Bildungs- und Betreuungseinrichtung die Familie, der Staat müsse aber die Rahmenbedingungen schaffen, damit "Familie lebbar bleibt". "Es geht nicht mehr um die Frage, ob wir Kinderbetreuung überhaupt brauchen, sondern wie wir sie für alle Kinder so gestalten, dass sie eine optimale Förderung darstellt." Bis 2013 sollen insgesamt 750.000 Plätze entstehen - in einer breiten Palette von unterschiedlichen Angebotenen: Krippen und altersgemischte Gruppen, Tagesstätten, betriebliche Kinderbetreuung und Kindertagespflege.
Außerdem wies er darauf hin, dass es bei der Kleinkinderförderung nicht nur auf Quantität der Angebote ankomme, sondern mindestens genauso auf die Qualität.
Einen "Marshallplan für Bildung" forderte Ilse Wehrmann, Sachverständige für Frühpädagogik. Damit Deutschland führender Bildungsstandort bleibe, bedürfe es weitreichender Reformen bei der Erziehung der Kleinkinder. Qualitätsstandards für alle Einrichtungen und alle Pädagogen müssten Pflicht werden, damit in zehn bis 15 Jahren der deutsche Betreuungsschlüssel von derzeit 1:24 auf international übliche 1:8 angehoben werden könne. "In Deutschland war Kleinkindbildung viel zu lange ein Tabuthema", so Wehrmann.
Weiterführende Links
- Homepage Konrad-Adenauer-Stiftung
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