Sprachförderkurse beginnen ab Februar

"Bildung fängt mit Sprache an. Und deswegen müssen wir dafür sorgen, dass Kinder Deutsch sprechen können - und zwar nicht erst in der Schule, sondern noch bevor sie ihre Bildungskarriere beginnen", erklärte Bildungssenator Klaus Böger am Donnerstag in Berlin.

20.01.2005 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Mit der Sprachstanderhebung "Deutsch Plus" ist die Sprachfähigkeit aller Schulanfänger des Schuljahres 2005/2006 erhoben worden. Die Überprüfung fand in der Regel erst nach der Anmeldung zur Grundschule (1. bis 12. November 2004) in der Kindertagesstätte oder in der zuständigen Schule statt.

Die wichtigsten Ergebnisse von "Deutsch Plus" sind:

  • Von den insgesamt 34 700 getesteten Kindern haben 9 000 (oder 26%) einen Förderbedarf.
  • Am größten ist der Förderbedarf in Mitte (50,2%), Neukölln (46,4%) und Friedrichshain/Kreuzberg (41,2%).
  • Am geringsten ist der Förderbedarf in Treptow/ Köpenick (10,4%), und Pankow (11,7%).
  • Wenn man die Kinder nach vorschulischem Hintergrund unterscheidet so erkennt man, dass 22,6% der Kitakinder, immerhin 33,7% der Vorklassenkinder und 50,1% der Kinder ohne vorschulischer Einrichtung einen Förderbedarf haben.

Böger: "Aus Deutsch Plus kann man eindeutig erkennen, dass Kinder mit vorschulischer Bildung einen entscheidenden Startvorteil haben."

Jedes Kind, bei dem Sprachdefizite deutlich geworden sind, wird bis zum Schulanfang gezielt gefördert und zwar

  • 5 700 Kita-Kinder erhalten die Förderung in ihrer vertrauten Kita.
  • 2 800 Vorklassen-Kinder in ihrer Vorklasse.
  • 550 Kinder, die weder Kita noch Vorklasse besuchen, werden in einem Sprachförderkurs an einer Grundschule möglichst in der Nähe des Wohnortes gefördert. Diese Sprachförderkurse finden vom 1. Februar bis 31. Juli 2005 statt, nicht jedoch in den Schulferien. Sie erstrecken sich in jeder Woche regelmäßig über fünf Tage mit täglich zwei Zeitstunden.

Für die Sprachkurse in Kitas und Schulen hat das Berliner Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) einen Sprachlernordner erarbeitet. Zu 14 Themenbereichen sind Grundinformationen und Förderanregungen erarbeitet worden, die jeweils in einer Broschüre zusammengefasst worden sind. Der Druck von 5 000 Sprachlernordnern wird von der Landesbausparkasse mit 50.000 Euro finanziert.

Im ersten Schritt werden für die Förderkurse sofort drei Broschüren für die Unterstützung der Arbeit zur Verfügung stehen:

  • Sprachlerntagebuch für den Förderkurs,
  • erstes Heft Lernszenarien "Hier bin ich", "Sich wohl fühlen"
  • Phonologische Bewusstheit.

Die Qualifizierung der Kita-Erzieher/innen wird hauptsächlich durch die landeseigene Fortbildungsstätte Jagdschloss Glienicke gewährleistet. Dabei haben die Angebote zur Sprachförderung Priorität, in 2004 sind 3 500 Fachkräfte qualifiziert worden.

Für das Jahr 2005 sind eine Reihe von Fortbildungen für die Arbeit mit dem Sprachlerntagebuch geplant, in die auch die neuen Materialien zur Sprachförderung einbezogen werden.

Böger: "Unser Ziel ist es, dass alle Kinder vor der Schule - von drei bis fünfeinhalb Jahren - im Kindergarten eine vorschulische Förderung erhalten. Deshalb appelliere ich an die Eltern, die Zukunft ihrer Kinder nicht dem Selbstlauf zu überlassen: Die Zukunft Ihrer Kinder heißt Bildung - und die beginnt in der Kita!"


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