VBE unterstützt Oettingers erneuten Vorstoß, mit Bildung und Erziehung bei Vorschülern "richtig" anzufangen
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg bestärkt Ministerpräsident Günther Oettinger anlässlich seines erneuten Vorstoßes beim Landestag der Jungen Union in Remchingen, mit der Verbesserung von Bildung und Erziehung bei den Jüngsten anzufangen. Seit 2005 fordert der VBE ein verpflichtendes "Basisjahr" für Fünfjährige, das im Verantwortungsbereich der Grundschule anzusiedeln ist.
28.04.2008 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDieses gemeinsam von Kindergarten und Grundschule getragene Basisjahr soll nach Auffassung des VBE für alle Kinder ab dem 5. Lebensjahr verpflichtend werden. Es garantiert die notwendige Zeit für Diagnose und Förderung und ermöglicht begabungsgerechtes und integratives Lernen, auch unter dem Aspekt der besonderen Förderung von Kindern aus Familien mit nichtdeutscher Muttersprache und solchen, in denen generell zu wenig miteinander gesprochen wird.
"Die Spracharmut in einer von Bildern heillos überfluteten Gesellschaft schlägt voll auch auf die Ausdrucksfähigkeit der Kinder durch", beklagt VBE-Landeschef Rudolf Karg, "denn übermäßiger Medienkonsum verhindert nicht nur Eigentätigkeit, Produktivität und Kreativität der Kleinen, sondern führt letztendlich in die Sprachlosigkeit." Der psychische und physische Gesundheitszustand der Kinder von heute ist belastet durch Funktionsstörungen, Haltungsschäden, Übergewicht, Allergien, durch nervöses und hyperaktives Verhalten sowie durch fehlende Sekundärtugenden. Das Konsumverhalten der Spaßgesellschaft wirkt sich zunehmend negativ aus auf Belastbarkeit, Motivation, Leistungsvermögen und Bereitschaft zum eigenen Engagement. Kinder erleben, wie alles scheinbar sofort machbar oder lieferbar ist, und lassen eigene Anstrengungsbereitschaft immer mehr vermissen.
Das in Baden-Württemberg eingeführte Modell "Schulanfang auf neuen Wegen" ist nach Auffassung des VBE richtungweisend. Fehlende Ressourcen zur Individualförderung und Kleingruppenbildung fördern jedoch weiterhin das Misstrauen gegenüber der wirklichen Ernsthaftigkeit des politischen Willens.
Keine Kommentare vorhanden