VBE vermisst "Schulreifes Kind" in der Fläche
Eines der erfolgreichsten Projekte des Kultusministeriums, das "Schulreife Kind", sollte jetzt im Frühjahr in die Fläche gehen. Überraschenderweise spricht das Ministerium plötzlich nur noch von Bildungshäusern. Volker Schebesta, der bildungspolitische Sprecher der CDU im Stuttgarter Landtag, zeigte sich trotz mehrmaligen Nachfragens sprachlos. Der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand, sieht solche Sprachlosigkeit nicht als eine Wahlempfehlung für die CDU an.
14.03.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDie frühkindliche Bildung in Baden-Württemberg schwebt nach Auffassung des VBE-Chefs Gerhard Brand momentan im Nebulösen. Eines der erfolgreichsten Projekte des Kultusministeriums, das Projekt "Schulreifes Kind", das in diesem Frühjahr in die Fläche gehen sollte, wird überraschenderweise seit einigen Wochen nicht mehr erwähnt. Das Ministerium spricht von Bildungshäusern und von einem Dach, unter das alles kommen werde. Bildungshäuser sind zwar eine gute Sache. Sie funktionieren aber lediglich dort gut, wo Kindergarten und Schule in räumlicher Nähe sind. "Was passiert mit den Kindergärten, die mehrere Kilometer zur nächsten Schule entfernt liegen?", fragt Brand. Da funktioniere ein Bildungshaus nicht; dort würden aber die Möglichkeiten, die das Projekt "Schulreifes Kind" bietet, bestens passen. Beide Modelle, Bildungshaus und Schulreifes Kind, gemeinsam in der Fläche umgesetzt und mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet, wären eine echte Weiterentwicklung im Bereich der frühkindlichen Förderung, unterstreicht Brand.
Eine mündliche Anfrage an den Bildungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Volker Schebesta, nach dem Fortbestand des "schulreifen Kindes" konnte zunächst nicht beantwortet werden. Mehrere Erinnerungen wurden von CDU-Seite ignoriert. "In einem Telefonat zeigte sich der Bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion sprachlos, nicht nur zum Inhalt der Anfrage, sondern auch über die ´Unverfrorenheit´, ihn im Wahlkampf mit solchen Dingen zu belästigen", berichtet der VBE-Chef mit Verwunderung. Dennoch versprach der bildungspolitische Sprecher, sich ob des weiteren Vorgehens kundig zu machen und dem VBE eine Rückmeldung zu geben, die aber bis heute nicht erfolgte. Beim VBE fragt man sich nun voller Sorge, ob die flächendeckende Einführung des schulreifen Kindes schon wieder Schnee von gestern ist.
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