Absurdes Theater um die Hochschulzulassung muss ein Ende haben
"Der alljährliche Hickhack bei der Hochschulzulassung ist ein unwürdiges Schauspiel und muss ein Ende haben", erklärte der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Professor Dr. Bernhard Kempen, anlässlich der nunmehr bekanntgewordenen erneuten Zeitverzögerungen bei der Entwicklung eines computergesteuerten Serviceverfahrens. "Das Schwarze-Peter-Spiel, das jetzt betrieben wird, geht ausschließlich zu Lasten der Studierenden."
06.02.2009 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Es sei "ein Skandal", so Kempen weiter, dass allenthalben junge Menschen dazu ermuntert würden, ein Studium aufzunehmen, dann jedoch einen undurchsichtigen Hindernisparcours vorfänden. "Studierende, die mit ihrem Studienwunsch Ernst machen und sich eventuell sogar noch für ein Mangelfach entscheiden, werden wochenlang im Regen stehen gelassen, weil Länder und Rektoren nicht in der Lage sind, ein geordnetes Nachrückerverfahren auf die Beine zu stellen. Das kann so nicht weitergehen."
Der Deutsche Hochschulverband sehe zuallererst die Kultusministerkonferenz in der Pflicht, für ein abgestimmtes Verfahren unter den Ländern zu sorgen: "Der Föderalismus muss sich bei der Hochschulzulassung bewähren", so Kempen. "Wenn die Länder an dieser Koordinierungsaufgabe scheitern, muss der Bund die Notbremse ziehen und von der ihm verbliebenen Regelungskompetenz Gebrauch machen." An einem geordneten Zulassungsverfahren sollten sich alle Hochschulen beteiligen. Es sei "nicht hinnehmbar, dass ein Land, dessen Zukunft und Prosperität maßgeblich durch Bildung und Wissenschaft geprägt wird, den Wissensdurst junger Menschen durch bürokratisches Unvermögen ausbremst", betonte Kempen.
- Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit über 23.000 Mitgliedern. -
Keine Kommentare vorhanden