Technologietransfer

Ahnen: Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation auch 2009 erfolgreich

Mit einem Gesamtfördervolumen von rund 5,5 Millionen Euro hat die Stiftung "Rheinland-Pfalz für Innovation" auch im vergangenen Jahr wieder 30 Forschungsprojekte aus zukunftsorientierten Bereichen neu in die finanzielle Unterstützung aufgenommen. Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Wissenschaftsministerin Doris Ahnen unterstrich auch im Namen des Kuratoriumsvorsitzenden, Wirtschaftsminister Hendrik Hering, bei der Vorstellung der Stiftungsbilanz 2009 heute in Mainz: "Die Vielfalt und die Qualität der von der Stiftung unterstützten Forschungsprojekte stärken den Wissenschafts- und Forschungsstandort Rheinland-Pfalz und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Landes gleichermaßen."

23.03.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Die Stiftung förderte auch in 2009 insbesondere naturwissenschaftlich-technische Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft sowie stark anwendungsbezogene medizinische Projekte. Die Fördermittel werden dabei gezielt in Zukunftstechnologien investiert – z.B. in verbesserte Kommunikationstechnologien, optimierte Prozesssteuerung, umweltfreundliche Biotechnologien oder Ressourcen schonende Umwelt- und Energietechnologien. Damit liefert die Stiftung einen Beitrag dazu, dass im Land attraktive Arbeitsplätze insbesondere für junge Forscherinnen und Forscher gehalten und geschaffen werden können", unterstrich Doris Ahnen. Mit ihrer Förderung habe die Stiftung häufig den Grundstein dafür gelegt, dass andere Drittmittelgeber aus dem öffentlichen oder privaten Bereich in die Finanzierung eines Projekts eingestiegen seien oder Folgeprojekte gefördert hätten.

"Viele Stiftungsprojekte mündeten in der Vergangenheit in die Einrichtung von Sonderforschungsbereichen, manche haben sogar Impulse für Neugründungen von Firmen gegeben. So stammen die vier Preisträger des Erfinderpreises 2010 der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) aus dem Umfeld von Stiftungsprojekten oder sind die ausgezeichneten Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter auch in Stiftungsprojekten aktiv", ergänzte die Ministerin. Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf die fünf Technologiezentren des Landes in Kaiserslautern, Koblenz, Mainz, Ludwigshafen und Trier, an denen das Land als Gesellschafter beteiligt sei und die über das Wirtschaftministerium gefördert würden. "Hier können potenzielle Unternehmensgründerinnen und -gründer mit einer breit gefächerten Unterstützung wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Produkte und Dienstleistungen umsetzen", so Doris Ahnen, die darauf verwies, dass in diesen Zentren bisher insgesamt mehr als 360 neue Unternehmen gegründet und mehr als 2.100 neue Arbeitsplätze geschaffen worden seien.

"Die Förderung der Stiftung ,Rheinland-Pfalz für Innovation´ ist in diesem Prozess so etwas wie das Öl, das den Innovationsmotor schmiert", betonte die Vorstandsvorsitzende der Landesstiftung. 127 bereits laufende oder aber im vergangenen Jahr neu beantragte Projekte habe die Stiftung 2009 betreut. Darunter seien 30 Forschungsvorhaben, die neu bewilligt wurden. Die größten Anteile unter den verschiedenen Forschungsbereichen entfielen dabei auf die Felder Biotechnologie und Chemie (14 Projekte / Fördersumme: 2,83 Mio. €), Medizin/Medizintechnik (12 Projekte / 2,26 Mio. €), Mikro- und Nanotechnologie (7 Projekte / 1,51 Mio. €) sowie Umwelt- und Energietechnologien (6 Projekte / 1,12 Mio. €). Schon fast traditionell seien Forscherinnen und Forscher aus der größten Universität des Landes, der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität, mit 12 Projekten am erfolgreichsten gewesen bei der Bewerbung um eine Stiftungsförderung. Mit vier neuen Förderungen folgten Projekte der Technischen Universität Kaiserslautern. Insgesamt acht neue Projektförderungen seien in die großen Forschungsinstitute beispielsweise in das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gegangen. Auch 2009 habe die Stiftung zudem Schulen, die beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" erfolgreich waren, sowie Schulen mit einer besonders hohen Quote von Nachwuchsforscherinnen in diesem Wettbewerb gefördert.

Stellvertretend für das breite Spektrum der im Jahr 2009 von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation geförderten Projekte wurden bei der heutigen Pressekonferenz zwei vorgestellt (siehe auch Kurzbeschreibungen in der Anlage):

Prof. Dr. René Beigang vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (IPM) in Kaiserslautern präsentierte eine neue kompakte Messeinrichtung, die mit Terahertz-Wellen arbeitet (Wellen zwischen dem Mikrowellenbereich und der Infrarotstrahlung). Durch eine damit realisierbare Terahertz-Kamera, die einen Blick "in das Innere" von nichtmetallischen Objekten ermöglicht, können beispielsweise Rotorblätter von Windkraftanlagen, die aus Verbundwerkstoffen hergestellt werden, auf Beschädigungen untersucht werden.

Prof. Dr. Dirk Hellhammer vom Fachbereich Psychologie der Universität Trier stellte das von seiner Forschungsgruppe entwickelte Diagnostikprogramm "Neuropattern" vor, das mit einer Vielzahl standardisierter Untersuchungen und Tests eine sehr präzise Diagnose erlaubt, inwieweit gesundheitliche Beeinträchtigungen stressbedingt sind, wie diese sich verändern und wie die Behandlung optimiert werden kann.

Hintergrundinformationen zur Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation:

Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation wurde 1991 durch das Land Rheinland-Pfalz gegründet und mit einem Stiftungsvermögen von rund 100 Millionen Euro ausgestattet.

Erste Erlöse aus dem Stiftungskapital konnten 1993 für Fördermaßnahmen eingesetzt werden. Seitdem stehen jährlich zwischen 5 Millionen und 6 Millionen Euro zur Förderung der Grundlagenforschung, der anwendungsorientierten Forschung, des Einsatzes neuer Technologien und für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft des Landes zur Verfügung.

Seit 1993 wurden 650 Forschungsprojekte mit mehr als 103 Millionen Euro unterstützt.

Alle Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung beschließt der Vorstand. Das Kuratorium berät den Vorstand in allen Fragen der Förderung von Innovation zur Verwirklichung des Stiftungszwecks. Dem Kuratorium gehören 15 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik des Landes Rheinland-Pfalz an.

Die Geschäftsstelle unterstützt den Vorstand und das Kuratorium bei ihren Aufgaben und führt die laufenden Geschäfte der Stiftung. Geschäftsführerin ist die Ministerialdirigentin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Brigitte Klempt.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden