Anreize für die Lehre durch Leistungszulagen?
Die neuen Steuerungsinstrumente der Universitäten wie Leistungszulagen in der W-Besoldung, Zielvereinbarungen, leistungsorientierte Mittelvergabe und Lehrpreise setzen keine gesonderten Anreize für die Lehre, da sie bisher kaum auf die Lehrtätigkeit ausgerichtet sind. Zu diesem Ergebnis gelangt Professor Uwe Wilkesmann von der TU Dortmund in einem Beitrag für die Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre", in dem er die Ergebnisse des DFG-Projektes "Governance der Lehre" zusammenfasst. Die empirische Grundlage dazu bildete eine mit Hilfe des Deutschen Hochschulverbandes vorgenommene repräsentative Stichprobe unter 1.119 Professoren der Besoldungsgruppen W2 und W3 bzw. C3 und C4.
29.06.2010 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Demnach scheint sich ein Einstellungswandel zu vollziehen. "Die W-Besoldeten sind positiver gegenüber den neuen Steuerungsinstrumenten eingestellt und erwarten sie gewissermaßen sogar", schreibt Wilkesmann. Bislang erhielten jedoch lediglich 4,8 Prozent der W-Besoldeten Leistungszulagen für die Lehre. Fast jeder zehnte Professor hat bereits einen Lehrpreis gewonnen, und bei jedem Dritten ist die Lehre Gegenstand von Zielvereinbarungen. 41,6 Prozent aller Professoren bekämen ihre Sachmittel über die leistungsorientierte Mittelvergabe zugesprochen, bei der jedoch die eingeworbenen Drittmittel und damit Forschungsaktivität stärker als Lehrengagement belohnt würden.
Bei der Lehraktivität bleibe die intrinsische Motivation "die mit Abstand am höchsten ausgeprägte Motivation", so Wilkesmann. Hochschuldidaktische Weiterbildung und eine an den Studierenden orientierte Lehrauffassung begünstigten das Lehrengagement. Im Übrigen wiesen Frauen eine höhere Affinität zur Lehrmethodik auf und erachteten diese für wichtiger als Männer.
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Forschung & Lehre 7/2010 erscheint am 30. Juni 2010. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.
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