Bologna-Prozess: Kultusministerkonferenz beschließt Systemakkreditierung
Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel hat den Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Einführung einer Systemakkreditierung am Donnerstag in München als "richtige und notwendige Weichenstellung" ausdrücklich begrüßt.
13.12.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und KunstGoppel: "Was der Freistaat Bayern immer gefordert hat, kann nun umgesetzt werden. Mit der Systemakkreditierung erhalten die Hochschulen beim Nachweis der Qualität der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge deutlich mehr Spielraum." Eine erfolgreiche Systemakkreditierung hat zur Folge, dass alle Studiengänge einer Hochschule das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrats erhalten, d.h. dass die vorgegebenen Qualitätsstandards in der Lehre eingehalten werden. Goppel betonte, dass die Kultusministerkonferenz durch diesen äußerst wichtigen Schritt die Eigenverantwortung und die Autonomie der Hochschulen für die Qualität der Lehre weiter stärke. Der Beschluss der Kultusministerkonferenz geht auf einen Vorstoß Bayerns zurück.
Die Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschulen können die Qualität all ihrer Studiengänge künftig dadurch nachweisen, dass sie über ein effizientes Qualitätsmanagementsystem in der Lehre verfügen. Damit erhalten die Hochschulen ein Wahlrecht. Sie können die bisher für jeden einzelnen Studiengang notwendige Akkreditierung (sog. Programmakkreditierung) durch die studiengangsübergreifende Akkreditierung des Qualitätsmanagementsystems in der Lehre (sog. Systemakkreditierung) ersetzen. Ziel des neuen Wegs der Systemakkreditierung ist es, den Aufwand der Hochschulen zu begrenzen und das Verfahren zu beschleunigen. Der europäische Bologna-Prozess sieht vor, dass bis 2010 grundsätzlich alle Studiengänge in Deutschland auf das neue Bachelor- und Mastersystem umgestellt werden. Dadurch soll die internationale Vergleichbarkeit der europäischen Hochschulabschlüsse sichergestellt und damit die Mobilität von Studierenden und Hochschulabsolventen erhöht werden. Um die Qualität der Studienangebote zu sichern, war in Deutschland bisher eine Programmakkreditierung vorgesehen. Seit 1999 haben knapp 3032 Studiengänge in Deutschland dieses Verfahren durchlaufen. Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 7364 Bachelor- /Masterstudiengänge, davon rund 733 in Bayern.
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