Bologna-Prozess; Kultusministerkonferenz eröffnet Möglichkeit der Systemakkreditierung; Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel: "richtige und notwendige Weichenstellung"

Als "richtige und notwendige Weichenstellung" hat Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel die Grundsatzentscheidung der Kultusministerkonferenz zur Einführung einer Systemakkreditierung am Freitag in München bezeichnet. Goppel: "Die Hochschulen sollen beim Nachweis der Qualität der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge (sog. Akkreditierung) mehr Spielraum erhalten."

15.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Der Beschluss der Kultusministerkonferenz schaffe die Voraussetzung dafür, dass die Einzelheiten eines solches Verfahrens entwickelt und festgelegt werden können. Der Akkreditierungsrat wurde gebeten, ein konkretes Umsetzungskonzept zu erarbeiten. Die Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschulen sollen künftig wählen können, ob sie einzelne Studiengänge (sog. Programmakkreditierung) oder studiengangsübergreifend ihr Qualitätsmanagementsystem in der Lehre (sog. Systemakkreditierung) einer Überprüfung unterziehen lassen. Eine erfolgreiche Systemakkreditierung soll zur Folge haben, dass alle Studiengänge einer Hochschule mit einem Verfahren ein Qualitätssiegel erhalten. Goppel betonte, dass die Kultusministerkonferenz durch diesen äußerst wichtigen Schritt die Verantwortung der Hochschulen für die Qualität der Lehre weiter stärke. Der Beschluss der Kultusministerkonferenz geht auf einen Vorstoß Bayerns zurück.

Gestern Nachmittag hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, die Programmakkreditierung durch eine Überprüfung und Zertifizierung hochschulinterner Qualitätsmanagementsysteme zu ergänzen. Ziel des neuen Wegs der Systemakkreditierung ist es, den Verfahrensaufwand der Hochschulen zu begrenzen und das Verfahren zu beschleunigen. Der europäische Bologna-Prozess sieht vor, dass bis 2010 grundsätzlich alle Studiengänge in Deutschland auf das neue Bachelor- und Mastersystem umgestellt werden. Dadurch soll die internationale Vergleichbarkeit der europäischen Hochschulabschlüsse sichergestellt und damit die Mobilität von Studierenden und Hochschulabsolventen erhöht werden. Um die Qualität der Studienangebote zu sichern, war bisher in Deutschland eine Programmakkreditierung vorgesehen. Seit 1999 haben knapp 1.300 Studiengänge in Deutschland dieses Verfahren durchlaufen. Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 12.000 Hochschulstudiengänge, davon rund 1.950 in Bayern.


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