Bundespräsident kritisiert unzureichende Ausstattung der Hochschulen

(redaktion/pm) Bundespräsident Horst Köhler hat Bund und Ländern vorgeworfen, zu wenig in die Hochschulen zu investieren. In seinem Grußwort zum 600-jährigen Bestehen der Universität Leipzig sagte er: "Fangen wir bei den Finanzen an. Wer im Bund und vor allem in den Ländern geglaubt hat, man könnte das Hochschulwesen kostenneutral umbauen, ja vielleicht sogar durch die Einführung der Bachelor-Studiengänge Geld sparen, der sei daran erinnert: Deutschlands Aufwendungen für den Hochschulbereich sind seit Jahren unterdurchschnittlich, die chronische Unterfinanzierung wird in schlechten Betreuungsquoten, maroden Gebäuden und mangelnder Infrastruktur für Forschung und Lehre sichtbar. Das ist eine Botschaft auch an die Studierenden - und es ist die falsche Botschaft."

02.12.2009 Artikel
  • © Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Wenn die Hochschulen mehr jungen Menschen offenstehen sollen - auch solchen, die nicht auf dem klassischen Weg über das Abitur kommen -, wenn die Betreuung in den Hochschulen insgesamt wirklich besser werden soll, dann brauchen wir mehr engagiert Lehrende", betonte Köhler. Es müsse zu denken geben, dass die Zahl der Professoren in den vergangenen Jahren keineswegs im gleichen Verhältnis wie die der Studierenden gewachsen sei. Eine gute Betreuung und eine aktive Teilhabe der Studierenden an der Forschung seien so nicht möglich. "Wir müssen endlich mehr tun für die Qualität der Lehre. Es gibt schon erfreulich viele Ansätze im Kleinen, aber das Grundsatzproblem, dass gute Forschung sich auszahlt, gute Lehre aber kaum, ist nach wie vor ungelöst. Wir brauchen endlich eine Exzellenzinitiative für die Lehre", so Köhler wörtlich.

Die Länder seien - zumal nach der Föderalismusreform - die Hauptzuständigen für die Hochschulen. Vor allem sie müssten das Thema zur Chefsache machen und könnten die Verantwortung nicht einfach weiterreichen an die Hochschulen, denen sie zwar mehr Freiheit gewährt hätten, ohne das aber wirklich mit einem neuen Aufbruchsimpuls und mit den nötigen Ressourcen zu unterlegen. Manche Hochschulen hätten den Reformauftrag dann auch nur nach der Devise umgesetzt: "Alter Wein in neuen, übervollen Schläuchen".


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Weiterführende Links

  • Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler zum 600-jährigen Bestehen der Universität Leipzig

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