Deutliche Verbesserung bei Studiengebühren

Mit einem verbesserten Studiengebühren-Modell wird die saarländische Landesregierung die Studierenden und ihre Familien deutlich entlasten. Ab dem Wintersemester 2009/2010 übernimmt das Land die Zinsen während des Studiums und noch für zwei Jahre danach. Erst im Beruf beginnt die Rückzahlung.

21.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

Ministerpräsident Peter Müller und Wissenschaftsminister Joachim Rippel stellten am Freitag (20.03.09) das neue Modell der Öffentlichkeit vor. Seit Beginn des Wintersemesters 2007/2008 erheben die saarländischen Hochschulen Studienbeiträge in Höhe von 500 Euro pro Semester. Die Gebühren für die ersten beiden Semester betragen lediglich 300 €. Die Studiengebühren werden begleitet durch ein Darlehen, das jeder Studierende ohne Bürgschaft bekommen kann. Weder sein eigenes noch das Einkommen seiner Eltern spielen dabei eine Rolle. So wird gewährleistet, dass jeder – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern – studieren kann.

Dennoch haben sich bisher relativ wenig Studierende für die Aufnahme eines Darlehens entschieden. Stattdessen haben sie – sicher oft mit Unterstützung ihrer Familie – die Gebühren jedes Semester direkt bezahlt. Mit ein Grund dafür ist sehr wahrscheinlich die Sorge vor steigenden Zinsen. Der Zinssatz der KfW-Bank beträgt aktuell 6,92 %.

Durch ein verbessertes Studiengebührenmodell entlastet das Saarland jetzt die Studierenden und ihre Familien:

  • Ab nächstem Semester (Wintersemester 2009/2010) werden die Zinsen für Studierende vom Land übernommen.
  • Wer als Studierender bisher schon ein Darlehen aufgenommen hat, bekommt die bereits gezahlten Zinsen zurück und braucht in Zukunft keine mehr zu zahlen.
  • Erst zwei Jahre nach Beendigung des Studiums ist der Kredit zurückzuzahlen – vorausgesetzt ein festes Einkommen liegt vor.
  • Für die Hochschulen hingegen ändert sich nichts: Sie erhalten wie bisher die Gebühren Semester für Semester und können damit ohne Zeitverzug die Qualität von Studium und Lehre laufend verbessern.

Ministerpräsident Peter Müller: "Alle Studenten können ab Herbst dieses zinsfreie Darlehen erhalten. Damit werden wir die Studierenden und ihre Familien finanziell deutlich entlasten. Das neue Saarländische Gebührenmodell kostet das Land zwischen 300.000 Euro im Jahr 2009 und 2,5 Millionen Euro im Jahre 2014. Wir gehen davon aus, dass sich mit dem neuen verbesserten Modell die Zahl derjenigen Studenten, die ein Darlehen für ihre Studiengebühren aufnehmen, deutlich nach oben entwickeln wird." Der saarländische Ministerpräsident wies ausdrücklich darauf hin, dass Studiengebühren sozial gerecht sind: "Monatliche Mindest-raten von 20 Euro zurück zu zahlen überfordert niemanden, der mittlerweile Arzt, Apotheker, Richter oder Lehrer geworden ist bzw. in einem Unternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung arbeitet. Studiengebühren sind daher auch ein Beitrag zur Gleichbehandlung von praktischer Ausbildung und Hochschulausbildung. Denn ist es etwa gerecht, dass ein Elektrotechniker-Geselle für seine Meisterausbildung über 7.500 Euro aufbringen muss, der zukünftige Akademiker aber seine Ausbildung vom Staat bezahlt bekommt?"

Das neue Studiengebührenmodell verbindet die unmittelbare Verbesserung der Studienbedingungen und der Qualität der Lehre mit einer Entlastung der Studierenden und ihrer Familien.

Den vier saarländischen Hochschulen stehen bislang aus den Studiengebühren über 18 Millionen Euro netto zur Verbesserung von Studium und Lehre zur Verfügung. Es ist gesetzlich zwingend vorgeschrieben, dass diese Mittel ausschließlich zu diesem Zweck und in Übereinstimmung mit den Studierenden verwendet werden. Das Geld aus den Studiengebühren erhalten die Hochschulen zusätzlich zu dem kräftig aufgestockten Globalhaushalt, der zudem noch Jahr für Jahr anwächst.

Einige Beispiele für Projekte zu Gunsten der Studierenden allein in den ersten beiden Gebührenjahren:

  • Einrichtung eines Shuttleservice zwischen dem Campus Saarbrücken und der Medizinfakultät in Homburg
  • 1000 bezahlte Stellen für Studierende als Tutoren und studentische Hilfskräfte allein an der Universität. Die HTW hat für einen vergleichbaren Stellenpool rd. 320.000 € eingesetzt
  • 2,3 Mio. € gibt die Universität für ein Mentorenprogramm aus, bei dem erfahrene Studierende ihren jüngeren Kommilitonen den Einstieg ins Studium erleichtern.
  • Dreiviertel Mio. € sind für neue Bücher an der Universität bereitgestellt worden, an der HTW waren es fast ebenso viel. Die Öffnungszeiten der Bibliotheken wurden deutlich ausgedehnt.
  • Brückenkurse für Studienanfänger wurden an der HTW eingerichtet, die Mittel für Sprachkurse wurden deutlich aufgestockt, erstmals gibt es vorbereitende Angebote zum Berufseinstieg.
  • An den künstlerischen Hochschulen wurden die Mittel vorrangig für die Verbesserung der Ausstattung verwendet, z.B. für zusätzliche Instrumente und professionelle Arbeitsgeräte.

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