Hochschulverband

Deutsch als Wissenschaftssprache

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, sieht die Glaubwürdigkeit deutscher Sprachpolitik gefährdet, wenn Deutsch als Wissenschaftssprache weiterhin vernachlässigt werde.

27.04.2012 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

"Wenn einerseits in Indien derzeit an mehr als 1.000 Schulen Deutsch als Fremdsprache eingeführt wird, wenn das Goethe-Institut in China erfolgreich Sprachlernzentren gründet und wir in Deutschland andererseits dann den Eindruck vermitteln, dass Deutschkenntnisse nicht erforderlich sind, um an unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu arbeiten und zu forschen, dann ist das zutiefst demotivierend", schreibt Lehmann in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre".

Englisch als internationale Kongress- und Publikationssprache bleibe unverzichtbar. "Aber es ist auch ein Gewinn, wenn Gastwissenschaftler, die im Labor Englisch sprechen, über das Deutsche eine emotionale Beziehung zu unserem Land aufbauen, Freunde gewinnen, Kultur genießen können", so Lehmann. Jede Beschränkung auf eine Lingua franca bedeute immer auch eine kognitive Einschränkung und vor allem einen Ausschluss von Laien. Wissenschaft benötige daher vielfältige Fremdsprachenkompetenz.

Um die Wissenschaftssprache Deutsch zu stärken, fordert Lehmann, in Deutschland maßgebliche Forschungsergebnisse auch auf Deutsch zu publizieren. Dazu solle mehr in Übersetzungen investiert werden. Außerdem müsse über einen europäischen Index für mehrsprachige wissenschaftliche Publikationen nachgedacht werden.

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Forschung & Lehre 5/2012 erscheint am 30. April 2012. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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