Deutscher Hochschulverband distanziert sich von "schwarzen Schafen"

Die Delegierten des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) haben auf dem 58. Hochschulverbandstag in Stuttgart die Satzungsstatuten zum Ausschlussverfahren verschärft. Künftig liegt ein Ausschlussgrund bereits vor, wenn Mitglieder durch ihr Verhalten das Ansehen des Berufsstandes schädigen oder sie den Zielen und Interessen des Hochschulverbandes in schwerwiegender Weise zuwiderhandeln. Als Europas größte fächerübergreifende Berufsvereinigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird der DHV künftig auch gegenüber Nichtmitgliedern bei gravierendem Fehlverhalten eine förmliche Missbilligung aussprechen.

11.03.2008 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

"Für den Beruf des Hochschullehrers normieren nicht nur das Beamten- und Arbeitsrecht sowie das Hochschulrecht Verhaltenspflichten", erklärte der Präsident des DHV, Professor Bernhard Kempen. "Vielmehr gibt es auch ethische und sittliche Berufspflichten, die außerhalb von Rechtsnormen stehen." Angesichts einer Mitgliederzahl von fast 23.000 und eines schärfer werdenden Wettbewerbs könne es nicht ausbleiben, dass im Einzelfall Wissenschaftler gegen rechtliche oder ethische Grundsätze verstoßen. "Der DHV ist aber keine Berufsvertretung, die nachgewiesenes schwerwiegendes Fehlverhalten mit dem Mantel der kollegialen Rücksichtnahme zudeckt. Denn solche Vorfälle", so Kempen, "erschweren in erheblichem Umfang die Arbeit des Deutschen Hochschulverbandes und sein Werben und Eintreten für die Belange von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Das Fehlverhalten einzelner darf nicht einen gesamten Berufsstand in Misskredit bringen."

Über Ausschluss und förmliche Missbilligung soll das Erweiterte Präsidium befinden, in Eilfällen kann das Präsidium aber bis zur Beschlussfassung des Erweiterten Präsidiums eine vorläufige Entscheidung treffen. Vor der Beschlussfassung einer Maßnahme muss der betroffene Wissenschaftler Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.

- Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der deutschen Universitätsprofessoren und des wissenschaftlichen Nachwuchses mit ca. 23.000 Mitgliedern. -


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