DHV legt Auswertung von Erfahrungsberichten nach Berufungsverhandlungen vor
Die zu lange Zeitspanne von der Ausschreibung bis zur Besetzung der Professur bleibt nach wie vor das größte Manko von Berufungsverfahren in Deutschland, auch wenn diese inzwischen zumeist in den Händen der Hochschulen liegen. Nur 30 Prozent der Verfahren werden innerhalb eines Jahres abgeschlossen. Von der Bewerbung bis zum Dienstantritt verstrichen in 36 Prozent der Fälle sogar über 18 Monate.
27.09.2007 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)"Dies führt zum Teil zu einer dramatischen Anzahl von Vakanzen, da keineswegs jede vorübergehend freie Professur vertreten wird", heißt es in einer Auswertung des Deutschen Hochschulverbands (DHV), die in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre" erscheint. Die Datenbasis bilden rund 450 Fragebögen, die Rufinhaber, welche die Rechts- und Strategieberatung des DHV in Anspruch genommen haben, nach Abschluss der Verfahren ausgefüllt hatten.
Die DHV-Experten, die in mehr als der Hälfte der Berufungsverfahren Bewerber professionell begleiten, beobachteten zudem, dass die Hochschulen insbesondere "Erstberufungen" vornehmen. Das Verhältnis zwischen "Erstberufung" und "Mehrfachberufung" von 2:1 stelle heute eine Konstante auf dem deutschen Berufungsmarkt dar. Dies liege vor allem darin begründet, "dass die universitären Gremien einem teils ,gefühlten´ und teils echten Spardiktat Folge leisten und ,preiswerte Listen´ verabschieden". Nicht ausgeschlossen werden könne, dass C4-Professoren einen Wechsel in die W-Besoldung von vornherein nicht in Betracht zögen.
Bei der Ausstattung, die den Rufinhabern zugestanden werde, gebe es deutliche fächerspezifische Unterschiede. Während in den Geisteswissenschaften im Bereich der Investitionsmittel lediglich in Einzelfällen Beträge über 100.000 Euro zugesagt würden, liege die entsprechende Quote in der Mathematik und den Naturwissenschaften bei gut 60 und bei ca. 70 Prozent in den Ingenieurwissenschaften und der Medizin. Mehr als die Hälfte der ingenieurwissenschaftlichen Lehrstühle erhielten drei und mehr wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen, wohingegen ein Geisteswissenschaftler gerade einmal ca. 1,3 wissenschaftliche Mitarbeiterstellen besetzen könne.
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Forschung & Lehre 10 /2007 erscheint am 28. September 2007. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.
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