Dr. Eva-Maria Stange: "Bei der Finanzierung der Hochschulen darf nicht gespart werden"
"Bei der Finanzierung der Hochschulen darf nicht gespart werden. Selbst wenn sich in Sachsen die Zahl der Studienanfänger in den kommenden Jahren verringert, müssen wir die finanzielle und personelle Ausstattung der Hochschulen auf jetzigem Stand halten. Nur so kann die Qualität der Lehre weiter verbessert werden. Die Qualität der Hochschulen entscheidet über die Zukunftsfähigkeit Sachsens", sagte Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange heute in Dresden bei der Vorstellung des dritten sächsischen Hochschulberichtes.
28.08.2009 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und TourismusIn den kommenden Jahren müsse es darum gehen, die Zahl der Studierenden trotz rückgängiger Abiturientenzahlen in Sachsen auf einem hohen Niveau bei mindestens 75 000 (derzeit 107 000) über 2015 hinaus zu halten. Nur so sei es möglich, der sächsischen Wirtschaft und Wissenschaft trotz demografischer Entwicklung ausreichend Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Das sei allerdings mit einem weiteren Personalabbau an den Hochschulen nicht vereinbar, weil sich so der Negativtrend bei der Betreuungsrelation in überlasteten Bereichen weiter fortsetze, Attraktivität und Qualität der Hochschulen würden leiden.
So habe sich die Betreuungsrelation - das Verhältnis von Hochschullehrern zu Studenten – in den vergangenen Jahren ständig verschlechtert. Demnach kamen 2007 auf eine wissenschaftliche bzw. künstlerische Lehrkraft im Durchschnitt 14,9 Studierende. Damit habe Sachsen den Bundesdurchschnitt von 15,0 nahezu erreicht. Positiv habe sich der Frauenanteil an den Studienanfängern entwickelt. Er sei im Jahr 2007 im Vergleich zu 2006 auf mehr als 48 Prozent und damit um rund 3 Prozent gestiegen. Damit nähere sich Sachsen dem Bundesdurchschnitt von knapp 50 Prozent. "Der Frauenanteil ist in den einzelnen Studiengängen allerdings nach wie vor sehr unterschiedlich. Während im Bereich der Angewandten Sprachwissenschaften an der TU Chemnitz 88 Prozent Frauen studieren, sind es zum Beispiel im Maschinenbau an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig nur 4 Prozent", so Dr. Stange. Gestiegen sei laut Hochschulbericht auch der Anteil der Studienanfänger aus den alten Bundesländern. Dieser läge derzeit bei rund 12 Prozent. "Wenn wir die Forderungen aus dem Hochschulpakt 2020 erfüllen wollen und unsere gut ausgebauten Studienplätze auf hohem Niveau halten wollen, müssen wir diesen Anteil auf mindestens 20 Prozent erhöhen. Die Kampagne des Wissenschaftsministeriums "Pack Dein Studium. Am Besten in Sachsen." ist ein guter Weg dieses Ziel zu erreichen."
Für den dritten sächsischen Hochschulbericht hatte das Sächsische Kompetenzzentrum für Bildungs- und Hochschulplanung der TU Dresden im Auftrag des Wissenschaftsministeriums umfangreiche Indikatoren erarbeitet. Als Indikatoren für die Lehre wurden unter anderem die Zulassungszahlen in Numerus Clausus-Fächern, die Auslastung, die Studiendauer sowie der Abschlussnotendurchschnitt verwendet. Im Bereich der Forschung wurden als Indikatoren die Drittmitteleinnahmen je Professor und die Promotionen je Professor, als Indikatoren zur Gleichstellung von Männern und Frauen die Qualifikationsstufen wie auch das Verhältnis von Absolvent/innen und Professor/innen sowie der Frauenanteil bei den Beschäftigten einbezogen.
Ziel des Berichtes sei es, so Ministerin Dr. Stange, Veränderungen in der Hochschullandschaft wie Hochschulzugang, Auslastung, Umstellungsprozess auf Bachelor- und Masterstudiengänge bis hin zur Hochschulfinanzierung sichtbar zu machen und mehr Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten für die sächsischen Hochschulen zu schaffen. "Der Hochschulbericht ist kein Ranking. Er soll Stärken und Schwächen besser sichtbar machen und Qualitätssicherung wie Qualitätsverbesserung unterstützen."
Den kompletten Hochschulbericht finden Sie unter www.studieren.sachsen.de
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