Ein Viertel aller Habilitierten sind Frauen

Im Jahr 2008 wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes an den neun Universitäten und sechs Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg insgesamt 296 Habilitationen vergeben. Fast ein Viertel oder 72 dieser Habilitationen wurden von Frauen abgelegt. Vor zehn Jahren betrug der Anteil von habilitierenden Frauen nur 16 Prozent. Die Gesamtzahl der Habilitationen befindet sich nach einem Anstieg auf über 400 im Jahr 2002 inzwischen fast wieder auf dem Niveau von 1999.

07.05.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Inzwischen werden mehr als die Hälfte (159) aller Habilitationen im Bereich der Humanmedizin vergeben, während der Anteil der Humanmedizin vor zehn Jahren noch knapp ein Drittel betrug. Als nächste größte Gruppe wurden 57 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Mathematik/Naturwissenschaften habilitiert. An dritter und vierter Stelle folgen die Sprach- und Kulturwissenschaften mit 48 und die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 19 Habilitationen. Der Anteil an Frauen ist bei den Sprach- und Kulturwissenschaften mit fast 40 Prozent am höchsten, beträgt in der Humanmedizin knapp 25 und in der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften gut 17 Prozent.

Die meisten Habilitationen wurden an den drei großen Universitäten des Landes vergeben (Heidelberg: 85, Tübingen: 66, Freiburg: 49). Den größten Frauenanteil unter diesen drei Universitäten weist die Uni Tübingen auf. Nahezu ein Drittel oder 21 aller Tübinger Habilitierten waren 2008 weiblich. In Freiburg betrug der Frauenanteil gut 22 Prozent (11 Frauen) und in Heidelberg 14 Prozent (12 Frauen). Das Durchschnittsalter männlicher Habilitanden betrug 40 Jahre. Frauen waren bei ihrer Habilitation durchschnittlich fast ein Jahr älter (41 Jahre). Der älteste der 2008 habilitierten war ein 62-jähriger Zahnmediziner und der jüngste ein 30-jähriger Philosoph.

Die Habilitation bildet in Deutschland die höchste akademische Prüfung, gilt aber nicht mehr als zwingende Voraussetzung für den Erwerb eines Professorentitels. Sie erfordert in der Regel eine Promotion, die Vorlage einer Habilitationsschrift oder einer Liste von wissenschaftlichen Veröffentlichungen aus Zeitschriften oder Sammelbänden (sog. kumulative Habilitation), eine mündliche Prüfung, einen Fachvortrag und den Nachweis zur wissenschaftlichen Lehre in Form von Lehrveranstaltungen.


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