Bremen

GEW gratuliert Universität Bremen zum Erfolg in der Exzellenzinitiative

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gratuliert der Universität Bremen zu ihrem erfolgreichen Abschneiden bei der Exzelleninitiative des Bundes und der Länder. Der Zuschlag für das Bremische Zukunftskonzept "Ambitioniert und Agil" spült für die kommenden fünf Jahre dringend benötigte Millionen in die Kassen der chronisch unterfinanzierten Universität.

15.06.2012 Pressemeldung GEW Bremen

Die Universität muss sich nun aktiv der Herausforderung stellen, forschungsstarke Profilbereiche zu fördern, ohne insgesamt ihre Breite zu verlieren. Insbesondere dürfen lehrintensive Fachgebiete nicht vernachlässigt werden. "Die wichtigste Aufgabe der Universität besteht darin, Studierenden eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu bieten, eine gute Lehre wird durch die Exzellenzinitiative allerdings explizit nicht gefördert. Die Universität muss also Sorge für die richtige Balance tragen" so Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen.

Als zeitlich befristete Fördermaßnahme trägt die Exzellenzinitiative zu einer weiteren Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse im Wissenschaftsbereich bei. Seit 2005 ist bundesweit das Verhältnis von unbefristeten zu befristeten Arbeitsverhältnissen von 1:4 auf nahezu 1:8 gestiegen. Die GEW fordert seit langem, diesem Trend entgegenzuwirken und verstärkt Kontinuität durch unbefristete Stellen zu schaffen. Dauerstellen sind notwendige Grundlagen einer nachhaltigen Qualität in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagent.

Auf lange Sicht stellt sich zudem die Frage, ob und wie die über die Exzellenzinitative initiierten und geförderten Projekte verstetigt werden können. Denn spätestens bei Auslaufen der Finanzierung aus der Exzellenzinitiative stellt sich allen geförderten Universitäten die Frage, ob die während dieser Zeit ausgebauten Bereiche wieder reduziert werden oder ob andere Bereiche hierfür geschrumpft oder aufgelöst werden. Daher gilt unverändert eine zentrale Kritik an der Exzellenzinitiative: Solch ein Programm löst nicht das grundlegende strukturelle Problem der Unterfinanzierung von Universitäten und des gesamten Bildungsbereiches. Eine qualitativ hochwertige Forschung und Lehre an der Universität Bremen kann es dauerhaft nur durch einen nachfragegerechten Ausbau der Grundfinanzierung für Lehre und Forschung aus öffentlichen Mitteln geben. "Ein ´Pakt für gute Arbeit in der Wissenschaft` kann qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Perspektive eröffnen, dauerhaft in Forschung, Lehre oder Wissenschaftsmanagement zu arbeiten", fordert Gloede weiter.

Ansprechpartner

GEW Bremen

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