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Hochqualifizierte fördern wirtschaftliche Entwicklung von Regionen

(red/pm) Ländliche Regionen profitieren besonders stark von ihren Hochschulen. Das ist die zentrale Erkenntnis der Studie von Fabian Kratz und Thorsten Lenz, welche erstmals die regional-ökonomische Wirkung von Hochschulen in Bayern untersucht. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der "Beiträge zur Hochschulforschung" veröffentlicht.

10.06.2015 Artikel

Die beiden Autoren Fabian Kratz und Thorsten Lenz zeigen in ihrem Artikel auf, dass ländliche Regionen stärker als städtische Regionen von Hochqualifizierten profitieren. Allerdings verlassen Hochschulabsolventen ländliche Räume in hohem Maße. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse erweisen sich Hochschulen für angewandte Wissenschaften als ein wichtiger Standortfaktor: Absolventen von Hochschulen für angewandte Wissenschaften bleiben ländlichen Regionen eher treu als Absolventen von Universitäten. Hochschulen für angewandte Wissenschaften dort anzusiedeln, ist demnach ein wichtiges Instrument zur Stärkung des ländlichen Raumes und zur Förderung des Wirtschaftswachstums.

Weitere Artikel widmen sich den Wegen von Bachelorabsolventen nach dem Studium. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion über die Akzeptanz des Bachelorabschlusses auf dem Arbeitsmarkt vergleichen Christina Müller und Maike Reimer auf der Basis von Daten des Bayerischen Absolventenpanels (BAP) die Einstiegsgehälter von Bachelorabsolventen mit denen von Diplomabsolventen. Es zeigt sich, dass Bachelorabsolventen in vielen Fächern keinen Einkommensnachteil haben. Nur Universitätsabsolventen mit einem Bachelorabschluss in Mathematik/Naturwissenschaften und in den Geisteswissenschaften erreichen ein um ca. 20 Prozent geringeres Einkommen. Der Grund hierfür sind nicht etwa geringere Kenntnisse aufgrund der verkürzten Studiendauer, sondern der Einfluss unterschiedlicher Arbeitsmärkte. So verdienen nur die im Dienstleistungssektor beschäftigten Bachelorabsolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie die Natur-/Ingenieurwissenschaftler weniger gut als die im verarbeitenden Gewerbe tätigen Absolventen.

Andreas Sarcletti belegt auf Basis von Daten der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, dass Studierende mit Migrationshintergrund, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben, ebenso häufig wie andere Studierende die Aufnahme eines Masterstudiums direkt im Anschluss an das Bachelorstudium planen. Dies ist bemerkenswert, weil ausländische Studierende häufiger auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Offenbar sind sie jedoch motiviert, ihre akademischen Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

Zwei andere Artikel dieser Ausgabe der "Beiträge" beschäftigen sich mit Hochschulgovernance im Zeichen von Autonomie und Wettbewerb. Andreas Keller und Micheal Dobbins analysieren den Wandel der Hochschulsteuerung in mehreren Bundesländern. Sie belegen, dass die Ideen von Autonomie und Wettbewerb parteiüberreifend umgesetzt wurden. In der Ausgestaltung hingegen finden sich jedoch Unterschiede je nach Regierungspartei, vor allem in Bezug auf Studiengebühren und die Rolle von Hochschulräten.

In einem weiteren Artikel von Christian Schmid und Uwe Wilkesmann geht es um die Wahrnehmung der neuen Steuerungsinstrumente (W-Besoldung, leistungsorientierte Mittelvergabe, Zielvereinbarungen, Lehrpreise etc.) durch Hochschulmitglieder und Hochschulleitungen. Nach Einschätzung der Autoren geht die neue Generation von Hochschullehrern selbstverständlicher mit den neuen Instrumenten um und akzeptiert sie als Teil ihres Berufs.

Über die Zeitschrift

Die "Beiträge zur Hochschulforschung" sind eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Hochschulforschung im deutschen Sprachraum. Sie zeichnen sich durch hohe Qualitätsstandards, ein breites Themenspektrum und eine große Reichweite aus. Die Zeitschrift veröffentlicht quantitative und qualitative empirische Analysen, Vergleichsstudien und Überblicksartikel, die ein anonymes Peer-Review- Verfahren durchlaufen haben.

Die Ausgabe 2/2015 kann entweder in gedruckter Form per E-Mail bestellt ( ) oder über die Homepage http://www.bzh.bayern.de/ als pdf-Datei herunter geladen werden.


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