HRK-Jahresversammlung an der HAW Hamburg eröffnet: Bedroht die Eurokrise die Hochschulentwicklung in Deutschland?
Die möglichen Folgen der Euro-Krise für das deutsche Wissenschaftssystem sind Thema der diesjährigen Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die HRK tagt auch mit ihrer morgigen Mitgliederversammlung auf Einladung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Dazu haben sich 190 Hochschulvertreterinnen und -vertreter angesagt.
23.04.2012 Pressemeldung HochschulrektorenkonferenzRund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft treffen sich heute in Hamburg, um die Perspektiven der Hochschulentwicklung in Deutschland angesichts der anhaltenden Finanzkrise zu diskutieren. Die HRK will als "Stimme der Hochschulen" ausloten, welche Risiken für die Hochschulen bestehen.
Zum Auftakt der Jahresversammlung wies die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Professor Dr. Margret Wintermantel, auf die schwierige Situation vieler ausländischer Hochschulen hin. Amerikanische Privatuniversitäten hätten im Zuge der Finanzkrise einen Teil ihrer Stiftungsvermögen eingebüßt. Auch an öffentlichen Hochschulen finde aufgrund steigender Gebühren ein Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Studierenden aus niedrigen Einkommensschichten statt. Englische Hochschulen müssten mittlerweile fast 10.000 Euro Studiengebühren jährlich fordern, um rückläufige öffentliche Zuwendungen zu kompensieren. Und griechische Universitäten stünden vor der Frage, ob sie ihren Betrieb überhaupt aufrecht halten könnten.
Die deutschen Hochschulen seien bislang kaum von der Finanz- und Eurokrise tangiert. Doch man müsse sich fragen, welche langfristigen Folgen zu erwarten seien. Werden Bund und Länder die Investitionen in den Bildungs- und Hochschulbereich aufrechterhalten können? Und welche Auswirkungen könnte ein nachlassendes Engagement volkswirtschaftlich haben? Die Wirtschaftswissenschaftler Beate Jochimsen, Ludger Wößmann und Birgitta Wolff, gleichzeitig auch Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, diskutieren im Rahmen einer Podiumsdiskussion diese Fragen.
Die HRK ist die Stimme der Hochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit und das Forum für den gemeinsamen Meinungsbildungsprozess der Hochschulen. Sie befasst sich mit allen Themen, die Aufgaben der Hochschulen betreffen: Forschung, Lehre und Studium, wissenschaftliche Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer, internationale Kooperationen sowie Selbstverwaltung.
Das Programm der Jahresversammlung findet sich hier.
Keine Kommentare vorhanden