Lernen und Informieren in Geschäftsprozessen

Die nächste LEARNTEC - Europäischer Kongress und Fachmesse für Bildungs- und Informationstechnologie - findet vom 15. bis 18. Februar 2005 im Kongresszentrum Karlsruhe statt. Mit innovativen Kongressangeboten zum Thema Integration von E-Learning in Geschäftsprozesse ist die LEARNTEC für Teilnehmer aus der Wirtschaft und dem Mittelstand noch attraktiver geworden. Täglich finden Sektionen, Foren und Workshops statt, die sich mit der Wertschöpfung aus Lern- und Informationsprozessen befassen und neue, praxisnahe Erkenntnisse vermitteln. Die neuen Vorhaben und die wichtigsten konzeptionellen Änderungen im Kongress sowie auf der Fachmesse stellt Prof. Dr. Winfried Sommer, wissenschaftlicher Leiter und Gründer der LEARNTEC, im Interview vor.

31.01.2005 Pressemeldung

Was sind die Neuheiten der LEARNTEC 2005?

Prof. Sommer: Die Übernahme der Schirmherrschaft durch Wolfgang Clement zeigt eine gewisse Schwerpunktverlagerung der Veranstaltung. E-Learning wurde in den vergangenen Jahren vorzugsweise aus technologischer und aus pädagogischer Perspektive gesehen. Lernen ist aber auch ein Wirtschaftsfaktor. E-Learning und dessen Integration in Geschäfts­prozesse ist wirtschaftlich gesehen ein Trend, der seit einigen Jahren zu beobachten ist und der beispielsweise das Bundeswirtschaftsministerium veranlasst hat, einschlägige Projekte zu initiieren und zu fördern. Darüber hinaus greifen wir mit der kommenden LEARNTEC unser Partnerlandkonzept wieder auf. Offizielles Partnerland werden 2005 die USA sein.

Gibt es Änderungen im Kongress?

Prof. Sommer: Zur optimalen Orientierung der Besucher strukturieren wir den Kongress in Sektionen, Foren und Workshops. Die halbtägigen Sektionen präsentieren und diskutieren jeweils neue und aktuelle Trends des E-Learning unter den Aspekten Business, Technologie und Didaktik. Die Foren decken Themenfelder ab, die teilweise bereits in früheren Veranstaltungen aufgegriffen wurden, u.a. im Partner-, Branchen-, Messeforum. Neu sind die Branchenforen wie "E-Learning in der Pharmaindustrie" und das branchenübergreifende Forum "Marketing & Vertrieb". Im "Mittelstandsforum" stehen Themen wie "Bedarfsorientierte Integration von technologiebasiertem Lernen in Arbeits- und Geschäftsprozesse" oder "Kundenorientiertes E-Learning im Spannungsfeld von Qualifizierung und Information" auf dem Programm. Mit der neu konzipierten "Spinner-Suite" versuchen wir, verstärkt interaktive Komponenten im Kongress zu realisieren und damit einem häufig geäußerten Wunsch unserer Teilnehmer Rechnung zu tragen.

Welche weiteren Kongressthemen sind geplant?

Prof. Sommer: Seit drei Jahren beschäftigt sich die LEARNTEC mit dem Thema Human Resources Management bzw. Wissensmanagement. Wir werden auf der nächsten Veranstaltung diese Thematik erneut aufgreifen und inhaltlich ausweiten. In der Business-Kongresssektion "1 und 1 sind 11 - Szenarien des Intellectual Capital Measurement" am 16. Februar 2005, ist das Carmina Quartett zu Gast. Anhand von Musikbeispielen wird u.a. demonstriert, wie schwierig die Messbarkeit von Exzellenz ist. Das Zahlenspiel im Titel ist nicht Ausdruck von mathematischem Analphabetismus, sondern soll zeigen, dass Teams zu mehr als linearen Leistungen in der Lage sind, wenn sie nicht allein auf funktionierende Stelleninhaber reduziert werden. Außerdem werden wir im Bereich Technologie z.B. eine Sektion zu "Rapid E-Learning - Methoden und Tools zur Contenterstellung" anbieten.

Was ist neu auf der Fachmesse?

Prof. Sommer: Während das Thema "Mobile Learning" bereits in früheren Jahren Thema des Fachkongresses war, wird es im Rahmen der Fachmesse erstmals zum Gegenstand der Sonderschau "mobilelearningarena". Hier werden erfolgreiche Anwendungen für mobiles Lernen, Informieren und Beraten sowie aktuelle Entwicklungen zu diesem Thema vorgestellt. Die Besucher können dort Beispielanwendungen auf mobilen Endgeräten ausprobieren und sich über verfügbare Technik und Services informieren.

Wie entwickelt sich das Thema "Hochschule-Wirtschaft" im Rahmen der LEARNTEC?

Prof. Sommer: Dieser Themenschwerpunkt hat eine lange Tradition und war immer sehr erfolgreich, so dass wir ihn 2005 in einer doppelten Ausrichtung weiterführen. Einerseits gibt es eine Sektion "Bildungstechnologien - Kooperative Lernumgebungen" im Kongress­programm, und auf der anderen Seite werden wir wieder zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftsstände von Hochschulen aus mehreren Bundesländern in die Fachmesse integrieren. In beiden Veranstaltungssegmenten soll verdeutlicht werden, welche Kompetenz sich in den Hochschulen angesammelt hat und dass die Produkte, die dort entwickelt werden, auch von der Wirtschaft genutzt werden können.

Welche Ziele verfolgen Sie durch die Partnerschaft mit den USA?

Prof. Sommer: Mit dieser Partnerschaft möchten wir zum einen unseren deutschen bzw. europäischen Besuchern die Möglichkeit geben, sich ein umfassendes Bild davon zu machen, was sich auf dem amerikanischen Markt tut. Die USA sind der führende Markt für E-Learning, den wir zumindest partiell sowohl im Kongress als auch in der Fachmesse abbilden wollen. Zum anderen gibt es in den USA eine ganze Reihe von Unternehmen, für die der europäische Markt interessant zu sein scheint und die den Sprung nach Europa wagen wollen. Als Sprungbrett hierfür soll die LEARNTEC dienen.

Was ist im Rahmen dieser Partnerschaft geplant?

Prof. Sommer: Im Kongress wird es im nächsten Jahr mehr amerikanische Speaker geben als in den Vorjahren. Die Key-Note am 15. Feburar 2005 wird eine Kennerin der amerikanischen E-Learning-Szene, Sally M. Johnstone von der Western Cooperative für Educational Telecommunication (WCET), halten. Für den 16. Februar 2005 ist Bobby Yazdani, Chairman und CEO von Saba als Key-Note-Speaker eingeladen. Außerdem ist eine Gemeinschaftssektion am 15. Februar 2005 "E-Learning Quality, Standards, and Processes. An Exchange of Visions between Europe and North Amerika" vorgesehen, die von deutschen und amerikanischen Experten gemeinsam vorbereitet wird.

Welche Preisverleihungen stehen auf dem Programm?

Prof. Sommer: Es gibt zwei Preisverleihungen auf der LEARNTEC 2005. Mit dem Multimedia Transfer Preis, der bereits zum zehnten Mal verleihen wird, werden innovative studentische Arbeiten ausgezeichnet. Zum zweiten Mal wird der European E-Learning Award "eureleA" vergeben. Der Preis richtet sich an Unternehmen, Vereinigungen, Institutionen und Stiftungen, die den professionellen Einsatz von E-Learning nachweisen. "eureleA" wird vom Land Baden-Württemberg getragen und am Vorabend der LEARNTEC Eröffnung im Rahmen der "European E-Learning-Gala" im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe verliehen.

Vielen Dank für das Gespräch.


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