Forschung

Mehr Mut zum Risiko

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Wolfgang Marquard, und der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, bekennen sich zur Einzelförderung in der Wissenschaft. Einzelförderung dürfe nicht gegen Programmförderung ausgespielt werden, erklärte der Ingenieurwissenschaftler Marquard gegenüber der Zeitschrift "Forschung & Lehre": "Grundsätzlich muss die Grundausstattung aber so bemessen sein, dass Forschung in einem angemessenen Umfang auch ohne erfolgreich begutachtete Forschungsanträge realisiert werden kann."

28.04.2011 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Der Chemiker Schwarz würde sogar "eine breite Entwicklung hin zu mehr Individualförderung" begrüßen. Individualförderung sei die "nachhaltigste Form der Förderung", weil die Wissenschaftler auf der Basis individueller Förderung passgenauer Netzwerke aufbauten, Kräfte bündelten und gemeinsame Leistungen ermöglichten, als dies ein zeitlich und thematisch begrenztes Programm zu tun vermöge. Schwarz fordert Förderorganisationen und Zuwendungsgeber auf, Mut zum Risiko zuzulassen, einzufordern und zu unterstützen: "Gerade jungen Wissenschaftlern darf nicht das Gefühl vermittelt werden, dass nur das Ausfüllen vorgegebener Schablonen, etwa durch Bearbeitung beliebter, z.B. ,gesellschaftlich relevanter´ Themen, zur Anerkennung führt", so Schwarz in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Forschung & Lehre". Wissenschaftler mit ungewöhnlichen Ideen, die ausgetretenen Pfade verließen, böten die beste Aussicht auf Erfolg.

Forschung & Lehre 5/2011 erscheint am 29. April 2011. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.


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