Münchner Wissenschaftler vereinbaren Forschungskooperation mit der Firma IBM im Hochleistungsrechnen

Drei Münchner Wissenschaftseinrichtungen und die Firma IBM haben am Mittwoch in New York im Beisein von Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel eine Forschungskooperation auf dem Gebiet des Hochleistungsrechnens vereinbart. Das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ), das Rechenzentrum Garching der Max-Planck-Gesellschaft (RZG) und die Fakultät für Informatik der Technischen Universität München (TUM) wollen mit IBM künftig bei der Weiterentwicklung von Programmiermodellen und Softwarewerkzeugen sowie von Speicher- und Betriebskonzepten für Hochleistungsrechner zusammenarbeiten. "Die Forschungskooperation stärkt nicht nur den Wissenschaftsstandort Garching, sondern erhöht den Stellenwert des Höchstleistungsrechnens in Deutschland insgesamt", betonte Goppel.

06.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Derzeit wird weltweit eine neue Generation von Mikroprozessoren und Supercomputern entwickelt, welche die Leistungsfähigkeit heutiger Rechner nochmals um einen Faktor 10 bis 100 übertreffen soll. Damit wird erstmals die "Petaflop-Schwelle" erreicht werden (mit mehr als 1.000.000.000.000.000 = 1 Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde). Um solche Rechner effizient betreiben und nutzen zu können, sind neue Methoden und Verfahren erforderlich. Hier soll die vereinbarte Kooperation Fortschritte bringen. Das Leibniz-Rechenzentrum hat erst vor kurzem im Verbund mit dem Neumann Institute for Computing in Jülich und dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart das gemeinsame "Gauss Centre for Supercomputing" gegründet. Dadurch soll die Versorgung der Wissenschaft mit Supercomputing-Kapazität optimiert und im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU der Zuschlag für ein Europäisches Höchstleistungsrechenzentrum nach Deutschland geholt werden.

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) ist wissenschaftliches Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Münchner Hochschulen, bayernweites IT-Kompetenzzentrum und eines von drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren. Im Jahr 2006 hat das LRZ einen Neubau in Garching bezogen und den derzeit leistungsfähigsten Rechner Deutschlands in Betrieb genommen.

Das Rechenzentrum Garching (RZG) versorgt Max-Planck-Institute in ganz Deutschland sowie das Garchinger Institut für Plasmaphysik mit IT-Dienstleistungen. Das RZG ist wie das LRZ Mitglied im europäischen Rechenzentrumskonsortium "Distributed European Infrastructure for Supercomputing Applications" (DEISA).

Die Fakultät für Informatik der TU München ist einer der ältesten, renommiertesten und mit 19 Lehrstühlen größten Informatikfachbereiche in Deutschland. Federführend für die Kooperation mit IBM ist der Lehrstuhl für Rechnertechnik und Rechnerorganisation (Prof. Dr. Arndt Bode).


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