Philosophischer Fakultätentag in Regensburg

Die hohe gesellschaftliche Bedeutung der Geisteswissenschaften hat Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Donnerstag anlässlich des Philosophischen Fakultätentags in Regenburg betont. Geisteswissenschaftliche Fächer dürften, so der Minister, auf keinen Fall vernachlässigt werden. Sie seien in ihrer Breite und Vielfalt absolut notwendig, um den kulturellen, intellektuellen und zivilisatorischen Diskurs weiterzuführen. "Die Geisteswissenschaften können uns als kritische Begleiter unseres Fortschritts dort Antworten geben, wo die Naturwissenschaften stumm bleiben müssen", sagte Goppel. Mit dem technischen Fortschritt lege eine Gesellschaft das Fundament für Wachstum und Beschäftigung. Mit geistigem Diskurs verschaffe sie sich Orientierung und das nötige Rüstzeug, um den Fortschritt nahe genug am Menschen zu halten. Goppel: "Technologischer Fortschritt und geisteswissenschaftliche Auseinandersetzung sind zwei Seiten einer Medaille."

25.11.2004 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Zugleich plädierte der Minister dafür, dass sich die geisteswissenschaftlichen Fächer aktiv am gesellschaftlichen Diskurs um Technologie und Fortschritt beteiligen. Gentechnisch veränderte Lebensmittel, geklonte Tiere, Xenotransplantation, Genomdiagnostik, therapeutisches Klonen - jede neue Tür, die von den Naturwissenschaften geöffnet wird, führe zu Fragen, ob und wie weit man diese Tür öffnen darf. Goppel: "Um uns diesen Herausforderungen zu stellen, brauchen wir auf Gebieten wie der Ethik, Jurisprudenz oder Theologie ebenso rasante Fortschritte, wie es sie in den Naturwissenschaften gibt." Der gegenwärtige Prozess der Umgestaltung der bayerischen Hochschullandschaft gebe den Geisteswissenschaften die Gelegenheit, ihren Stellenwert an der jeweiligen Universität und im gesamten Hochschulsystem zu unterstreichen. Derzeit seien die Geisteswissenschaften durch eine breite Vielfalt eng definierter wissenschaftlicher Spezialdisziplinen gekennzeichnet. Die Zersplitterung der Fächer habe dabei ein oft nicht mehr sinnvolles Maß erreicht. Hier gelte es in besonderem Maße, sich zu vernetzen, interdisziplinär zu arbeiten und Schwerpunkte zu bilden. Goppel: "Die Neuordnung der Hochschullandschaft soll bei den Geisteswissenschaften nicht zu einem Abbau, sondern zu einem Umbau führen. Unser Ziel ist es, dass die Geisteswissenschaften gestärkt in die Zukunft gehen."


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