Sechs Hochschulen bewerben sich in der zweiten Runde des Professorinnenprogramms

In der zweiten Runde des Professorinnenprogramms des Bundes haben sechs sächsische Hochschulen ihre Gleichstellungskonzepte eingereicht. Darüber informierte heute die Sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Zu den Einreichern gehörten die Technische Universität Dresden, die Universität Leipzig, die Technische Universität Chemnitz, die Hochschule Mittweida, die Hochschule für Musik Dresden und die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden. Dies sei eine neue Chance für die Hochschulen, der Gleichstellung einen Schub zu geben und zusätzliche Mittel für die Neuberufung von Professorinnen einzuwerben.

20.03.2009 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

"Gleichstellung muss ein Thema in allen Instituten einer Hochschule sein. Mit dem Programm ist eine gute Möglichkeit gegeben, den Anteil von Frauen in Spitzenfunktionen in der Wissenschaft zu erhöhen", so Ministerin Dr. Stange. Allerdings könne das Programm nur ein Glied in einer Kette von Maßnahmen sein. Künftig müssten beispielsweise mehr Frauen auch in Berufungsgremien etabliert werden. Nur dann sei ein realistischer Anstieg der Anzahl von Wissenschaftlerinnen als Professorin oder in Spitzenpositionen zu erwarten.

Unabhängig vom Ausgang in der zweiten Runde des Professorinnenprogramms zeigten alle Gleichstellungskonzepte, so die Ministerin, dass an den Hochschulen ein Umdenken erfolge und Gendermaßnahmen initiiert werden. Die Ministerin kündigte an, ihre Gespräche mit den Hochschulleitungen und den Gleichstellungsbeauftragten im Mai fortzusetzen. In der ersten Runde des Professorinnenprogramms war Sachsen als einziges Bundesland mit keinem der eingereichten Konzepte erfolgreich gewesen.

Das Professorinnenprogramm sieht vor, den Hochschulen für fünf Jahre zusätzliche Mittel als Anschubfinanzierung für die Besetzung einer Professur mit einer Wissenschaftlerin zur Verfügung zu stellen. Demnach erhalten die Hochschulen für bis zu drei Erstberufungen von Frauen über einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren zusätzlich Geld, maximal aber 150 tausend Euro pro Berufung und Jahr anteilig von Bund und Land finanziert. Fördervoraussetzung sei die positive Begutachtung des Gleichstellungskonzeptes der sich bewerbenden Hochschule. Mit den Ergebnissen der zweiten Bewerbungsrunde ist Ende Mai/Anfang Juni 2009 zu rechnen.

In Sachsen waren im Jahr 2007 lediglich 15,8 Prozent der Professuren mit Wissenschaftlerinnen besetzt.


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