Studenten entwickeln Kartensystem für geistig Behinderte
Studenten der School of Design Thinking des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts haben ein Kartensystem entwickelt, mit dem geistig Behinderte in die Lage versetzt werden, selbstständiger am öffentlichen Leben teilzunehmen.
11.07.2008 ArtikelDas System besteht im Wesentlichen aus einem Set mit drei Kartentypen: Bedürfniskarten, Wegekarten und einer Notfallkarte. Die Bedürfniskarten sollen es Menschen mit Artikulationsproblemen erleichtern, Fremde gezielt um Hilfe zu bitten. Wegekarten sollen zusätzlich die Mobilität und Orientierung im öffentlichen Raum erleichtern. Die Informationen auf der Notfallkarte geben Helfern wichtige Hinweise für ein angemessenes Vorgehen in medizinischen und anderen Notfällen.
Die Karten enthalten sowohl Bild- als auch Textinformationen. Grafische Darstellungen machen den Umgang mit den Karten auch für diejenigen möglich, die nicht lesen können. So sind etwa Wegstrecken durch Bilder von Häusern oder anderen Landmarken dargestellt, an denen abgebogen werden muss. Kurze Texte richten sich vor allem an fremde Unterstützer, die auf der Straße angesprochen werden, und einfach Hilfestellungen benötigen, wenn der betroffene Mensch mit geistiger Behinderung nicht mehr alleine weiterkommt.
Die Idee für das Kartensystem entstand im Rahmen der Ausbildung an Europas erster Innovationsschule. An der HPI School of Design Thinking wird unter Leitung von Prof. Ulrich Weinberg der in Deutschland einmalige Zusatzstudiengang Design Thinking - "erfinderisches Entwickeln" - gelehrt. Studentische Querdenker verschiedener Fachrichtungen arbeiten in multidisziplinären Teams an von Partnern gestellten realen Innovationsaufgaben.
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