Studie: Doktoranden weder arm noch ausgebeutet
Doktoranden in Deutschland leben in der Regel nicht in prekären finanziellen Verhältnissen und sind mit ihrer Betreuung zufrieden. "Das Horrorbild von Doktoranden, die arm und ausgebeutet ihrer Promotion nachgehen, hat mit der Realität wenig zu tun". Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ), über die die aktuelle Ausgabe von Forschung & Lehre exklusiv berichtet. "Über alle Fächer hinweg besteht für die meisten Promovierenden keine Armutsgefährdung", heißt es in dem Beitrag.
31.07.2012 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Den Autoren der Studie zufolge gibt es beim verfügbaren Monatseinkommen allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den Disziplinen: In den Sozialwissenschaften und der Geschichte verfügen etwas mehr als 15 bzw. 20 Prozent der Promovierenden über weniger als 826 Euro im Monat und leben somit unterhalb der Armutsgrenze. In der Elektrotechnik/Informatik ist der Anteil derer mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze verschwindend gering. Zwei Drittel dieser Promovierenden verfügen monatlich über mehr als 1400 Euro.
Die Autoren weisen weiter darauf hin, dass Promovierende in der Regel keine "Kettenjobber" seien, aber wechselnde Finanzierungsquellen im Laufe der Promotion üblich seien. Dies treffe besonders auf Stipendiaten zu, die vor Beginn wie auch nach Ende des Stipendiums andere Finanzquellen suchten.
Mit der Betreuung sind fast zwei Drittel der Befragten insgesamt zufrieden. Auch Aussagen zum Hauptbetreuer fallen grundsätzlich positiv aus.
Schwerpunktthema: Promotion
Anna Fräßdorf | Marc Kaulisch | Stefan Hornbostel: Armut und Ausbeutung? Die Finanzierungs- und Beschäftigungssituation von Promovierenden
Barbara M. Kehm: Vom Produkt zum Prozess: Vervielfältigung der Wege und Vereinheitlichung der Kultur
Michael Hoffmann: Qualifiziert für Wirtschaft und Wissenschaft Fragen zur Promotion in den Ingenieurwissenschaften Deborah Weber-Wulff: Die Spitze des Eisbergs? Innenansichten der Internetplattform VroniPlag Wiki
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Forschung & Lehre 8/2012 erscheint am 31. Juli 2012. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.
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