Studiengebühren, ein effektives Verhütungsmittel?

(bikl/ots) Studiengebühren könnten die niedrige Geburtenrate bei Akademikerinnen weiter senken. Zu diesem Schluss kommt der Flensburger Bildungsforscher Gerd Grözinger in der ZEIT vom 25.01.07. Just zu der Zeit, in der junge Frauen sich gewöhnlich für Kinder entscheiden, würden viele von ihnen die Kredite zu tilgen haben, die sie zur Finanzierung der Studiengebühren aufnehmen müssten.

24.01.2007 Artikel

Im Regelfall, so Grözinger, würden Frauen mit 26 mit dem Studium fertig und müssten dann etwa einen 10.000-Euro-Kredit bis in das 31. Lebensjahr abzahlen. Das falle genau zusammen mit der Lebensepoche, in der Frauen zu einem hohen Anteil ihre Kinder bekommen, nämlich im Alter zwischen 27 und 35 Jahren. Bei Männern sei die Lage noch gravierender, denn potenzielle Väter seien stärker als Frauen erst zu Kindern bereit, wenn sie sich wirtschaftlich abgesichert fühlen.

Ein Unterbrechen der Rückzahlung für die Dauer der Familiengründung sei auch wenig attraktiv, da die Zinsen bei den meisten Krediten weiter liefen.

Diese zu erwartende Entwicklung aufgrund von Studiengebühren habe sich in den USA bereits in einer stark unterdurchschnittlichen Geburtenrate bei Akademikerinnen niedergeschlagen. "Studiengebühren in dieser harten Form scheinen ein effektives Verhütungsmittel darzustellen", sagt Gerd Grözinger in der ZEIT.


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