Studiengebühren weiter in der Kritik

(bikl) Das Deutsche Studentenwerk (DSW) hat erneut scharfe Kritik an der "Campus-Maut" geübt.

10.11.2006 Artikel
  • © studentenwerke.de

Für ihre Gebühren, so erklärte DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat heute in einer Pressemitteilung, müssten die Studenten eine adäquate Gegenleistung in Form deutlich besserer Lehre und deutlich besserer Studienbedingungen erhalten. Dies zeichne sich nach seiner Einschätzung bislang nicht ab.

Vielmehr werde ein Teil ihrer Gebühren für Ausfallfonds genutzt, mit denen Studiengebühren-Darlehen abgesichert werden. "Das widerspricht völlig dem Kontraktmodell von Leistung und Gegenleistung, das den Studiengebühren zugrunde liegen muss."

Auf diese rechtliche Problematik hatte auch vor kurzem Ludwig Kronthaler, der frühere Kanzler der Technischen Universität München und jetzige Richter am Bundesfinanzhof, hingewiesen. In seinem Gutachten im Auftrag des Stifterverbands hatte Kronthaler ausgeführt, dass die Kosten für die sozialverträgliche Absicherung von Studienbeiträgen nicht aus den Gebühren selbst finanziert werden und damit von den Studierenden getragen werden dürfen, sondern Sache des Staates seien.

Dieser Ansicht folgt auch der DSW-Präsident. Die Verantwortung für die soziale Abfederung von Studiengebühren liege beim Staat und könne nicht über individuelle Darlehen auf die Studierenden oder über Ausfallfonds auf die Hochschulen abgewälzt werden, so Dobischat, der als Bildungs- und Berufsforscher an der Universität Duisburg-Essen lehrt.


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