VBE: Mehr Qualität des Unterrichts an Schulen durch eine bessere Ausbildung der Lehrer an den Hochschulen
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg zeigt Verständnis für den Unmut und die Proteste der Studenten an den Pädagogischen Hochschulen. Qualitätssteigerungen an den Schulen erreicht man am besten durch eine Verbesserung der Ausbildung der Lehrer an den Hochschulen, konstatiert VBE-Landeschef Rudolf Karg.
02.12.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergSchon vor über vierzehn Jahren hatte die Strukturkommission "Lehrerbildung 2000 in Baden-Württemberg" gefordert, alle Lehrer an Universitäten auszubilden. Kein anderes Bundesland geht den baden-württembergischen Sonderweg mit den Pädagogische Hochschulen.
Aber auch nach der geplanten Neuordnung einiger Studiengänge im nächsten Jahr dürfen lediglich Gymnasiallehrer an Universitäten studieren, werden Grundschulehrerinnen (es sind vor allem Frauen) mit sieben Semestern deutlich kürzer ausgebildet als alle anderen Pädagogen, um den hierarchischen Abstand zu wahren. Niemand käme auf die Idee, Kinderärzte schneller durchs Studium zu schleusen, bloß weil sie es fast ausschließlich mit jungen Menschen zu tun haben. Bei der Ausbildung der Lehrer sei dies jedoch leider "guter Brauch", beklagt der VBE-Sprecher.
Der VBE fordert die Landesregierung erneut auf, unbeschadet der inhaltlich guten Arbeit, die an den Pädagogischen Hochschulen vor allem im schulpraktischen Bereich geleistet wird, den überfälligen Schritt zur Qualitätssteigerung im Bildungssektor zu tun und die gesamte Lehrerbildung an die Universitäten zu verlagern. In Nordrhein-Westfalen werden jetzt alle Lehrer unabhängig von der Schulart, an der sie später unterrichten, universitär zehn Semester lang auf den Beruf vorbereitet. "Die dortige Landesregierung hat dem unsinnigen Denken ein Ende gemacht, die Lehrerausbildung könne umso kürzer sein, je jünger die zu unterrichtenden Kinder sind", lobt VBE-Chef Rudolf Karg diesen echten Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik. Seit Jahren mahnt der VBE: "Alle Lehrer sind Lehrer", ohne deshalb den "Einheitslehrer" zu fordern. Grundschullehrkräfte mussten sich bisher schon immer mit einem Schmalspurstudium begnügen. "Diese viel zu kurze Ausbildung ist heute nicht mehr zeitgemäß", moniert Karg, "wer mehr Qualität an den Schulen will, muss bei den Hochschulen anfangen."
Keine Kommentare vorhanden