VBE: OECD-Bericht weiteres Warnsignal
"Wieder einmal ist die frühe Aufteilung der Kinder auf unterschiedliche Schulformen von einer international agierenden Organisation kritisiert worden und wird auch diesmal in Nordrhein-Westfalen ungehört verhallen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Die Stimmen für längeres gemeinsames Lernen werden von allen Seiten immer lauter und können auf Dauer nicht überhört werden."
18.09.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWErst gestern haben die beiden Kommunen Horstmar und Schöppingen angekündigt, mit einem Konzept zum längeren gemeinsamen Lernen einen Schulversuch zu beantragen, dem die Schulministerin schon im Vorfeld keine Chancen eingeräumt hat. Heute bestätigt uns der OECD-Bericht einmal mehr, dass Deutschland auf einen erheblichen Fachkräftemangel zusteuert, wenn alles so bleibt, wie es ist.
"Viele Schulträger in NRW haben bereits erkannt, dass sie mit Ganztagshauptschulen nicht weiterkommen", so Beckmann weiter. "Sie wissen, dass die Nachfrage der ortsansässigen Unternehmen nach höherwertigen Bildungsabschlüssen gestiegen ist und wollen darauf reagieren. Die Landesregierung will aber davon offenbar nichts wissen und mauert sich stattdessen ein."
Der VBE fordert die Landesregierung erneut auf, Schulen und Schulträger neue Wege gehen zu lassen, um die Bildungschancen von Kindern zu verbessern. Es darf nicht sein, dass die vielen Initiativen vor Ort blockiert und in ein enges Korsett gezwungen werden.
"Wenn die OECD die geringe Abiturienten- und Akademikerzahl kritisiert und auf den kommenden Fachkräftemangel hinweist, geht es um die Zukunft unserer Volkswirtschaft", so Beckmann abschließend. "Es ist höchste Zeit, im Bildungssystem umzusteuern. Dazu gehört auch, sich für andere Schulstrukturen zu öffnen und zumindest entsprechende Schulversuche zuzulassen."
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