Lehrerverband

VBE: Schule von morgen nicht mit den Strukturen von vorgestern gestalten

"Eine Neuausrichtung der Lehrerausbildung in Baden-Württemberg könn­te sich auch zu einem Motor für die Reform des deutschen Bildungssystems entwickeln, denn die Qualität der Schule hängt entscheidend von der Quali­fikation der Lehrer und damit von deren Aus- und Fortbildung ab", sagt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand, und lehnt ein Schubkastendenken ab.

25.05.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Nach Auffassung des VBE brauchen Lehrer ein wissenschaftlich begründetes Verständnis der pädagogisch-psychologischen Bedingungen von Lernen, von Unterricht und Schule. Sie benötigen für ihren akademischen Beruf den Bezug zur aktuellen Forschung und zu den Grundlagen der Fachdisziplin. Um Experten für Bildung und Erziehung auszubilden, bedarf es einer berufsfeldbezogenen, pädagogisch konzipierten Lehrerbildung, die grundsätzlich an einer Universität stattzufinden hat. Der starke Praxisbezug, wie er an den Pädagogischen Hoch­schulen des Landes bereits erfolgreich durchgeführt wird, ist dabei zu überneh­men. "Eine Lehrerausbildung, die schon vom Ansatz her auf ´niedere´ und ´hö­here´ Lehrer zielt, lehnt der VBE ab", unterstreicht Brand. Dies sei ein Relikt aus dem vorvorigen Jahrhundert, als es wichtig war, auf Standesunterschiede zu achten und Klassenschranken in der Schule zu bewahren. "Die Zeit der ´Höhere-Töchter-Schulen´ ist endgültig vorbei", sagt Brand. Das sollte sich jetzt auch in der Lehrerausbildung niederschlagen. "Alle Lehrer sind Lehrer", stellt der VBE-Landeschef fest und will damit nicht das Gespenst des "Einheitslehrers" an die Wand malen, denn selbstverständlich muss die Ausbildung der Pädagogen auch künftig in Modulen schülerbedarfsgerecht erfolgen.

Eine zukunftsweisende Bildungsoffensive könne nur mit einer grundlegenden Reform der Lehrerbildung einhergehen, bestärkt der VBE-Vorsitzende die neue Wissenschaftsministerin bei ihrem Vorstoß, die Ausbildung der Gymnasiallehrer zu reformieren. Die Schule der Zukunft dürfe nicht mit den Strukturen von vor­gestern gestaltet werden, warnt Brand. Abstriche an der Qualität der Ausbil­dung, um Haushaltsmittel des Landes zu sparen, sind bei diesem Umgestaltungs­prozess aber grundsätzlich auszuschließen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden