Vier Jahre Bayerisches Genomforschungsnetzwerk
Eine positive Zwischenbilanz zum Bayerischen Genomforschungsnetzwerk (BayGene) hat Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Montag in München nach vier Jahren Laufzeit des Programms gezogen: "Die Erfolge von BayGene sind ein eindrucksvoller Beleg für die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der bayerischen Genomforschung und zeigen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in der Praxis umsetzbar sind", so der Minister. Das Bayerische Genomforschungsnetzwerk trage dazu bei, die Position Bayerns als zentraler Standort für Spitzenforschung in Europa im Bereich Bio- und Gentechnologie weiter auszubauen. Aus dem BayGene-Programm seien, so der Minister, bislang 120 Veröffentlichungen hervorgegangen, von denen 38 in höchstrangigen wissenschaftlichen Fachjournalen zu finden sind, wie beispielsweise in "Annual Reviews of Immunology", "Nature", "Nature Reviews Immunology", "Nature Cell Biology", "Science" oder "Cancer Cell".
18.08.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und KunstSieben Patente haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bisher eingereicht, ein weiteres ist derzeit in Vorbereitung. Ein Projektleiter hat ein Unternehmen gegründet, das sich im Münchner Umfeld angesiedelt hat. Neben den BayGene-Fördermitteln konnten die Netzwerkprojekte bislang zusätzliche Mittel in etwa demselben Umfang, das heißt in Höhe von 14,8 Mio. Euro einwerben, insbesondere über die Förderprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Bundesforschungsministeriums, der EU- Forschungsrahmenprogramme, der Bayerischen Forschungsstiftung sowie aus der Wirtschaft. Es sei geplant, für drei weitere Nachwuchsgruppen eine Förderung auszuschreiben, sagte Goppel mit Blick auf die Erfolge des Programms.
Das Bayerische Genomforschungsnetzwerk (BayGene) organisiert und koordiniert Spitzenforschungsprojekte auf dem Gebiet der Genomforschung in Bayern. Die Genomforschung ist ein zentraler Schwerpunkt von Lebenswissenschaften und Medizin, weil entscheidende Fortschritte im Kampf gegen Krankheiten wie Krebs und Diabetes ein besseres Verständnis des menschlichen Genoms erfordern. In interdisziplinärer Zusammenarbeit sollen Erkenntnisse über komplexe biologische Systeme gewonnen werden, die für die Medizin der Zukunft von großer Bedeutung sind. Durch die Zusammenarbeit der in BayGene geförderten Forschungsvorhaben über die lokalen Zentren hinweg können die Erkenntnisse aus der Forschung gebündelt und schnell in Ergebnisse umgesetzt werden.
Schon seit dem Jahre 2004 bearbeiten fünf bereits etablierte Forschergruppen so komplexe Fragestellungen wie: "die Systembiologie der Herpesviren", "die molekulare Analyse der frühen Metastasierung von Tumoren", "die Erforschung genetischer Erkrankungen mit defekter Proteinfaltung", "die Entwicklung genom- und proteombezogener molekularer Bildgebung" sowie "die systematische Analyse von komplexen biologischen Systemen und Krankheitsprozessen". Im Jahr 2006 wurden die Forschungsbereiche von BayGene durch vier neue Schwerpunkte erweitert, wodurch das Bayerische Genomforschungsnetzwerk eine thematische Ergänzung seiner Zielsetzung erreicht hat. Standorte der Forschergruppen sind München, Erlangen-Nürnberg, Regensburg und Würzburg. Ab 2009 sind drei weitere Forschergruppen zur Verstärkung des Netzwerks geplant.
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