Weiterer Anstieg der Gasthörerzahlen an den Hochschulen im Südwesten
Im Wintersemester 2008//09 waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes an den baden-württembergischen Hochschulen insgesamt 3 814 Gasthörer eingeschrieben. Der Frauenanteil bei den Gasthörern betrug fast 47 Prozent und ist damit seit Jahren konstant.
19.03.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-WürttembergVor zehn Jahren betrug die Zahl der eingeschriebenen Gasthörer, die keinen vollständigen Studiengang durchlaufen sondern lediglich einzelne Kurse belegen und kein Examen ablegen, noch 1 657 und hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Das kontinuierliche Ansteigen der Gasthörerzahlen wurde auch durch die Einführung der Studiengebühren im Jahr 2007 nicht unterbrochen. Seit 2007 müssen Gasthörer entweder eine Pauschalgebühr, oder eine Gebühr, die sich nach der Anzahl der von ihnen in Anspruch genommenen Semesterwochenstunden berechnet, entrichten.
Die meisten Gasthörer (knapp 85 Prozent) besuchten die Universitäten. Von diesen 3 225 Gasthörern waren mit 966 die meisten an der Universität Stuttgart eingeschrieben, gefolgt von Heidelberg (712) und Freiburg (676). Aber auch an den Pädagogischen Hochschulen – vor allem an der "Seniorenhochschule" an der PH Schwäbisch-Gmünd – waren im vergangenen Jahr 388 Gasthörer eingeschrieben.
Weiterhin ist Geschichte mit 1 233 eingeschriebenen Gasthörern das beliebteste Studienfach. Erst mit weitem Abstand folgen Philosophie (326) und Kunstwissenschaft (216) in der Beliebtheitsskala. Die Fächergruppe der Sprach- und Kulturwissenschaften bildet mit insgesamt 2 550 Gasthörern den größten Anteil. In der Fächergruppe "Mathematik, Naturwissenschaften" sowie in den Ingenieurwissenschaften kommen auf drei männliche Gasthörer eine weibliche Gasthörerin. Nur in den Kunstwissenschaften dominieren die Frauen mit einem Anteil von fast 60 Prozent.
Die jüngste Gasthörerin war im vergangenen Jahr neun Jahre alt. Es gab aber auch drei Gasthörer im Alter von 90 Jahren. Das Durchschnittsalter der Gasthörer betrug 59,7 Jahre. Gasthörer nutzen den beruflichen Ruhestand, um noch einmal Hochschulstudien zu betreiben. In der Gruppe der 258 ausländischen Gasthörer bildeten die Studierenden mit US-amerikanischem Pass mit 56 die Mehrheit. In den USA ist Gasthörerschaft ("extra-mural students") oder die Wiederaufnahme eines Studiums bereits während der Berufstätigkeit noch üblicher als in Europa, so dass vermutlich in Baden-Württemberg lebende US-Bürger diese Möglichkeit etwas selbstverständlicher wahrnehmen als Bürger anderer Nationen.
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