Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: "Wir bewegen uns im Schneckentempo"
"Das große Potential von Frauen wird in der Wissenschaft noch immer unzureichend genutzt. Noch immer sind viel zu wenige Professuren mit Frauen besetzt, noch immer habilitieren sich viel zu wenige Frauen", reagierte die Sächsische Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange auf die heute vom Statistischen Landesamt veröffentlichten Zahlen zu Habilitationen an den sächsischen Hochschulen. Danach hätten sich im vergangenen Jahr 76 Männer, aber nur 22 Frauen habilitiert. Im Vergleich zu 2007 haben sich sechs Frauen (3,6 Prozent) mehr habilitiert: 2007 waren es 69 Männer und 16 Frauen.
06.04.2009 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus"Wir bewegen uns im Schneckentempo, wenn es um die Chancengleichheit von Frauen in der Wissenschaft geht." Auch wenn der Anteil der Frauen leicht gestiegen sei, komme es darauf an, der Gleichstellung einen entscheidenden Schub zu geben, so die Ministerin. Eine Chance dafür biete die zweite Runde des Professorinnenprogramms des Bundes (1). Sechs sächsische Hochschulen hätten hier ihre Gleichstellungskonzepte eingereicht, um zusätzliche Mittel für die Neuberufung von Professorinnen einzuwerben. Mit den Ergebnissen der zweiten Bewerbungsrunde ist Ende Mai/Anfang Juni 2009 zu rechnen. In der ersten Runde des Professorinnenprogramms war Sachsen als einziges Bundesland mit keinem der eingereichten Konzepte erfolgreich.
"Frauen haben die gleichen wissenschaftlichen Potentiale wie Männer, aber sie benötigen andere Rahmenbedingungen. Wir werden die Hochschulen dabei unterstützen, diese zu schaffen." Ihre Gespräche mit den Hochschulen hätten gezeigt, dass hier ein Umdenken in Gang sei. "Mehr und mehr Gendermaßnahmen werden initiiert. Nur wenn es gelingt, die Rahmenbedingungen für Frauen in Wissenschaft und Forschung, beispielsweise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zu verbessern, wird Wissenschaftlerinnen mit Kindern eine Habilitation überhaupt erst ermöglicht", sagte die Ministerin, die ihre Gespräche mit den Hochschulleitungen und den Gleichstellungsbeauftragten im Mai fortsetzen wird.
In Sachsen waren im Jahr 2007 lediglich 15,8 Prozent der Professuren mit Wissenschaftlerinnen besetzt.
1) Das Professorinnenprogramm sieht vor, den Hochschulen für fünf Jahre zusätzliche Mittel als Anschubfinanzierung für die Besetzung einer Professur mit einer Wissenschaftlerin zur Verfügung zu stellen. Demnach erhalten die Hochschulen für bis zu drei Erstberufungen von Frauen über einen Zeitraum von höchstens fünf Jahren zusätzlich Geld, maximal aber 150 tausend Euro pro Berufung und Jahr anteilig von Bund und Land finanziert. Fördervoraussetzung sei die positive Begutachtung des Gleichstellungskonzeptes der sich bewerbenden Hochschule.
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